Exkursion

Die polypharmakotoxe Dreifaltigkeit mit einem echt fiesen Likör durch meine Synapsen zu jagen, dessen Umdrehungen nur knapp die Anzahl meiner Jahresringe unterschreitet, stellt sich auf wundersame Weise als nicht besonders schlau heraus. Als ich nach knapp 3 Stunden aufwache, ohne überhaupt Schlafabsichten gehabt zu haben, schaffe ich es irgendwie, mir im nächstbesten Supermarkt eine Bowl zu erlegen, an die ich mich heute nur noch des Fotos wegen erinnern kann – anders als an den Weg aus dem oder zurück zum Hotelzimmer, der ist nämlich ganz weg. Genau genommen verweigern mir meine Augen auch zusätzlich jede Kooperation, so dass ich keine 2 Stunden später erneut eingekringelt im Bett liege und weitere 10 Stunden fast traumlos schlafe.
Die Frage nach dem Warum kann ich wie immer nicht beantworten, ohne mir Dinge eingestehen zu müssen, die nicht sein dürfen.

Lucifer

In blinder Verzweiflung habe ich nach dem Ketamin und der nicht feststellbaren Wirkung unter nunmehr gynäkologischer Anleitung – die aus Gründen schon länger in der Pipeline stand – und laborgestützter Analyse, statt einer wie von mir angedachten endokrinologischen Breitseite eine großzügige Salve an Essentials ins Cerebrum geschmissen. Und siehe da, es ward Licht.
Allerdings zeigten sich die Glühwürmchen als ausgesprochen kurzlebig und verwesen seit eineinhalb Wochen wieder, während ich mir die Frage nach einem Placebo-Effekt stelle und es damit dann wohl doch selber in der Hand hätte, aber immer wieder loslasse.
Was ist falsch mit mir?
Ich kann das alles nicht mehr.

SilentHill

Wir haben Glück mit dem Wetter, im Gegensatz zu vorgestern und heute löst sich der Nebel just in time auf und die ausgesprochen ansehnliche Herbstbergbachgraslandschaft sonnt sich unter blauestem Himmel. Ich hasse Menschen, es regnet Asche.

Rückblende. Montag, eine nicht angetretene Urlaubsrückkehr und die Erwartung eines letzten Besuchs im Wunderland enden ohne diesen in einem runtergehandelten gelben Schein und Gedanken in Vantablack. Tage versickern unter pharmakologischen Schwergewichtsdecken und nicht nur Gartenarbeit hinterlässt rote Striemen auf meiner Haut.

Das raumübergreifende Großgrün knallt großorangerot mit dem Rest um die Wette und ich verstehe nicht, wie dieses Übermaß an Buntheit sich am Ende meines Sehnervs einfach im Nichts auflöst, welches seinesgleichen sucht, aber doch nichts neben sich duldet.

Jetzt. Es hat also die bereits die Hälfte meiner gehandelten Krankschreibung gebraucht, dass mir auch nur der Einfall kommt, es könnte hier tatsächlich um mein Leben gehen und nicht um unterbewusste Urlaubstagebeschaffung. Darauf einen Keks.

Repetetiv

Introducing: mental breakdown, pt. drölfzig. Mein nächtlich eskalierendes Gehirn ist leer und mein Akku genauso, was kein Wunder ist nach der Nacht. Die wiederum kein Wunder war, weil – sagen wir, es gab Hinweise.
Und während ich mir ziemlich sicher bin, dass mein Schreibtisch auch morgen nur eine rein dekorative Aufgabe übernehmen wird, hadere ich mit der heutigen Abwesenheit, weil mein aufgekratzter Arm wohl nicht mal eine Narbe zurückbehalten wird und das wohl kaum eine Krankmeldung rechtfertigt.
Aber vielleicht gehts ja nicht um Extremitäten, sondern um Extremitäten, die sich mein Kopf ausdenkt, wenn es draußen dunkel und drinnen noch viel dunkler ist. Auch wenn die Sonne scheint.
Also sitze ich nun hier, mit Streichhölzern in meinen ansonsten zufallenden Augen, und ringe um Worte und Erklärungen und Pläne, um das periodische Abbild meiner mangelnden Stressresistenz Selbstfürsorge in etwas zu überführen, was maximal die Kategorie °okkasionell° verdient.
Wieder einmal.

Kinematik

Seit mehr oder weniger 6 Tagen fluten multiple Substanzen meinen Körper, von denen bei Schatz schon eine halbe Einzelsubstanz ausreicht, um ihn für 2 Tage ins Bett zu reduzieren.
Ich löse stattdessen Sudokus und vergesse nur gelegentlich, wie ich eigentlich vom Schreibtisch zum Klo komme. Aber da ist die viel wesentlichere Frage, ob ich morgen noch weiß, dass ich es heute nicht wusste, besteht mein Erinnerungsvermögen doch gerade aus vielen geschwärzten Zeilen.
Alternative Eskalationsreaktionen hätte ich aus reinem Effizienzgedanken heraus vorgezogen, aber offene Arme haben eine deutlich ausgeprägtere Halbwertszeit.
Also sitze ich hier multifakoriell begünstigt in meinem zerflauschten Wochenende und habe Fragen.

Konvergenz

Es ist Anfang Juni und plötzlich Sommer, obwohl doch eigentlich gerade erst Februar war. Ich komme nicht hinterher, also teilen sich Rosa und Grau gerade mein Gehirn. Der Parasit wirft auch etwas zu oft seine Fantasien in den zerebralen Raum und alle 3 zeigen sich nur wenig beeindruckt von 5/4 Glüxbärchi, obwohl es langsam an der Zeit wäre.
Es nervt kolossal – weil es wieder Anfang Juni ist und ich gerne mal ein Jahr ohne bescheinigten Brainfuck verbringen würde. Und weil ich nicht fühlen wollte, muss ich mir nun anhören, wie mir Emotionen die Ohren vollheulen. Und statt sich geordnet hintereinander aufzustellen und zu warten, bis sie an der Reihe sind, machen das natürlich alle auf einmal, so dass ich genau nichts verstehe. Und dann gucken sie wieder so.