Pulsar

Die Welt ist aus- und ich eingesperrt. Ich bin auf der Suche nach Gründen, um weiterzumachen, egal in welche Richtung, aber mein Kompass ist kaputt. Rosa hält ihm einen Magneten vor die Nase und ich folge ihm blind, trotz nahezu angstvoll geweiteter Augen, weil es mir angesichts der Alternativen alternativlos erscheint.
Ich weiß, wo es endet, doch es ist mir egal. Es ist das Leben, was Angst macht.

Dystopie

Für den Fall, dass sich jemand fragt, wo ich bin. Hier. In meiner selbst gewählten Belanglosigkeit. Rosa Zombies haben mein Gehirn gefressen.

Symbiont

Wären meine Neuronen nicht etwas mangelernährt, könnte das vermutlich ein recht schicker Wortsalat werden. Ich fürchte aber eher, dass es am Ende eher wie ich aussieht – irgendwie zerrieben.
Körper und ich sind uns gerade deutlich einiger als Rosa und ich, was schon, sagen wir, mindestens merkwürdig ist. Ich habe zwar noch etwas Puffer im Vergleich zur präklinischen Zeit, aber a) nicht besonders viel und b) war meine Kalorienbilanz nie niedriger als in den letzten – zu vielen – Wochen. Das rächt sich. So sehr, dass nun eben jene Überlagerung von Körpers und meinen Interessen ziemlich genau im Gleichgewicht zu jenen von Rosa und mir stehen und ich nun immerhin schon seit gestern täglich eine winzigkleine Zwischenmahlzeit in unsere Seite der Waagschale werfen konnte.

°Focus on the weight you lift, not on the weight you lose°

Inszenierung

Wenn ich mich abends ausziehe und zu dem werde, was ich behaupte, nicht zu sein, fühlt sich der Rest meines Tages an, wie ein Film.
Orange spielt eine der Hauptrollen, glänzt vor sich hin und glaubt erstaunlicherweise, was sie da so von sich gibt. Andere auch, die sich durch ihr abgeklärtes Auftreten überzeugen lassen und mit glauben.
In der zweiten Hauptrolle mein funktionierendes Alltags-Ich. Auch das erzählt überzeugt von Dingen – glaubt sie aber im Gegensatz zu Orange nicht daran, sondern lügt einfach munter vor sich hin. Weniger abgeklärt, aber scheinbar dennoch leidlich überzeugend.
Rosa? Suffliert dann am Abend den unausgesprochen Subtext, der mein eigentliches Handeln bestimmt.

Opposition

Ich. Mag. Nicht.
Darauf läuft es derzeit hinaus. Natürlich scheitert mein Versuch, die wachsende Leere in meinem Inneren mit Hunger und YouTube zu füllen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass Körper nicht so wenig oder noch weniger sein mag – und sollte. Natürlich weiß ich, dass mein Verhalten absoluter Bullshit ist.
Aber mein Bauch ist so °fucking adorable° flach und Rosa so – Rosa halt.
Doc spricht von Klinik. Schatz spricht von Klinik.
Ich. Mag. Nicht. Und zwar einfach alles.

Inzidenz

So hatte ich das dann doch nicht gemeint, was ich zu meinem Chef gesagt habe.

Ich wache auf und habe höllische Kopfschmerzen, die ich mir ebenso wenig erklären kann wie die Frage, warum der Untergrund, auf dem ich liege, eigentlich so verdammt hart und kalt ist. Oder warum Schatz neben mir kniet und irgendwie zu wissen scheint, dass ich Kopfschmerzen habe. Bis es dann zu mir durchdringt. Dass ich eben nicht mehr im flauschig warmen Bett liege, sondern auf dem Fußboden vor dem Kleiderschrank, in dem ich gerade noch stand und mich am Regal festgehalten habe, weil mein Kreislauf wohl die gemütliche Flauschigkeit noch nicht mit mir gemeinsam verlassen wollte. Gut, ich wollte auch nicht – so. unfassbar. nicht. – aber das hatte ich auf den Bedarfsmedihangover geschoben, der dann schon weggeht, wenn ich aufstehe.
Den Banktermin tausche ich daraufhin gegen den beim Doc und verbringe den Tag bisher damit, genau nichts zu tun. Und es zu hassen, aber das ist jetzt wirklich. nicht. lustig.
Rosa schaut schon den ganzen Tag betreten ihre Füße an und versucht, sich rauszureden und dass der nur den Bruchteil einer Sekunde dauernden Schwindel, der mich gestern schon fast vom Stuhl hätte fallen lassen, a) rein gar nichts mit heute und b) natürlich auch nicht mit ihr zu tun hat.

.gnarf.