Interiors

Etwas sehnsüchtig denke ich an die identisch medikamentierten knapp 13 Stunden Schlaf der vorigen Nacht zurück, als ich jetzt nach nicht einmal der Hälfte und noch mitten in der Nacht meine nur-so-semi-Wachheit darauf verschwende, gedanklich Dinge in meinem Leben zu ändern, statt Dinge in meinem Leben zu ändern.

Brandopfer

Da eine Löschung unmöglich scheint und ich die Flammen schon wieder und seit zu langer Zeit nur mit Backburning bekämpfe, wundere ich mich nicht so richtig darüber, dass Körper auf den Stress nicht nur mit einem gepflegten kleinen Nervenzusammenbruch auf die Reste meines Teams, das trotz aller Bemühungen in immer kleinere Trümmerteile zerfällt, reagiert, sondern gerade auch keinerlei Kapazitäten zum Menstruieren zur Verfügung stellt. Stattdessen investiert er einen Teil seiner nicht-Energie in lustige Verdauungsbeschwerden – über die maximal Rosa sich freut – und anderen Körperkram, so dass ich heute nicht mal spazieren gehen mag. Das wiederum mag Rosa gar nicht, aber ich rede mich raus mit der Nähe der Sanitäranlage und dass ich ja schon einkaufen war, das Bad geputzt und das Erdgeschoss gestaubsaugt habe. Hm, sagt sie.

Augenwischerei

Die Wahrheit blickt mich heutefrüh im Spiegel an und wenn ich nicht ziemlich sicher nicht gestern in eine Rauferei verwickelt gewesen wäre, könnte selbst ich die Ringe unter meinen Augen für Veilchen halten.
Dabei liegt keine durchzechte Nacht hinter mir, sondern bloß eine hungrige. Wieder mal, und deutlich zu häufig vorkommend in letzter Zeit.
Ab morgen – vielleicht.

Heuhaufen

Weil Körper die zugegeben etwas begrenzten Ressourcen aus mir unerfindlichen Gründen nicht für die aus meiner Sicht sehr viel nötigere Wärmeproduktion einsetzt, sondern stattdessen Orange mit Hirn und einer aufrechten Sitzposition umsorgt, sitze ich bei 23,9 Grad mit Langarmshirt, einer wirklich dicken Sweatjacke und meiner eigentlich-draussen-Daunenweste im sonnendurchfluteten Wintergarten HomeOffice und merke zu spät, dass das am Telefon zwar keiner hören, in der Teams-Besprechung aber alle sehen können. Immerhin ist eine:r meiner deutlich weniger winterlich angezogenen Gesprächspartner:innen so freundlich, die eigentlich unterhalb der Kamera befindliche Wärmflasche ins Bild zu halten und rettet mich damit zumindest etwas aus meiner Verlegenheit.
Das Boostern morgen mit bisher unbekanntem Impfstoff ist da sicher eine richtig gute Idee.