Dislokation

Vorzeitige Artikulation ist ja echt nicht das Thema bei mir, aber diese dauerhaft bis zur Unkenntlichkeit pürierte Buchstabensuppe in meinem Kopf macht mich fertig, weil sie nicht mal mehr reicht, um innere Monologe zu halten. Von Multilogen ganz zu schweigen.
Und wenn es im Innen schon nur ein zähes Konglomerat an Ahnungen ist, das mir die Synapsen verklebt, wie soll dann irgendwas davon auch nur halbwegs sortiert den Weg in die echte Welt finden. Echt jetzt, wie?!
Ich finde nichts wieder, der ganze Matsch ist zu nichts zu gebrauchen und vermeintliche Luftblasen stellen sich als Gärungsgase raus – das auch noch anaerob.

Schatten


Dass am Anfang der Woche neben dem Muskel- auch ein Hirnrelaxans in meine Körperchemie eingreift, fühlt sich abseits von °fluff° ausnehmend beschissen an, weil ich nicht nur meinen halben ersten Urlaubstag in geistiger Umnachtung verbringe, sondern auch das zu oft zu ausgereizte Vertrauen von Schatz zerknülle und in eine Ecke schmeiße, die es nicht verdient. Weder die Ecke, noch das Vertrauen – geschweige denn, Schatz.
Ratio weint ein bisschen und die Tsunami-Ausflucht glaube ich angesichts parasitärer Grundgedanken nicht einmal selbst.

Den heutigen Tag verbringen wir – nach getaner Vorbereitung zur fachgerechten Beobachtung und Dokumentation der geweissagten nebst alltäglich üblichen Sonnenverdunkelung durch den selbst bewohnten wie lunaren Himmelskörper – in Wartestellung, was der Parasit zum Anlass nimmt, weitschweifige Fantasien und Wünsche Forderungen zu teilen. Nur mit mir, versteht sich, aber Ratio ist mindestens genauso penetrant und beharrt auf ihr mein Recht, das anstehende Phänomen nüchtern zu betrachten. Nüchtern betrachtet phänomenal. Ich lache später.

Brett

Das staubige Brachland meiner eigenen Gefühlswahrnehmung entpuppt sich als zerklüfteter und seit unbestimmter Zeit trockengelaufener Meeresgrund, den gerade ein Tsunami an eigenen und empathisch aufgeschnappten Emotionen samt langzeitabwesender Buchstabensuppe benetzt.
Ursächlich dafür dürfte der sich nicht nur in ausgeprägten BrainZaps zeigende Mangel an SSRI sein, der mit Ausschleichen ungefähr so vergleichbar ist wie die zu erwartende Brandung mit frühmorgendlichem Nebeldunst.
Harren wir der Dinge, die da kommen.

Glut

Ich halte mein Verantwortungs-Los in der Hand und fühle mich wie eine Niete. Die Welt brennt, heiß ist es auch und ich frage mich, wie man das alles eigentlich erträgt und nebenbei auch noch ein Leben führen soll. Mangels ausreichenden Führungsqualitäten streite ich in meinem Kopf seit Tagen, wer nun die besseren Argumente hat – der Parasit, der neben Klingen auch mit dem Wissen um eine vorhandene Quelle an Substanzen wirbt, oder Ratio, die wirklich wirklich von beidem abrät und dann auch noch mit Perspektivwechseln daher kommt. Nüchtern betrachtet ein durchschnittlicher Sonntag.

Exkursion

Die polypharmakotoxe Dreifaltigkeit mit einem echt fiesen Likör durch meine Synapsen zu jagen, dessen Umdrehungen nur knapp die Anzahl meiner Jahresringe unterschreitet, stellt sich auf wundersame Weise als nicht besonders schlau heraus. Als ich nach knapp 3 Stunden aufwache, ohne überhaupt Schlafabsichten gehabt zu haben, schaffe ich es irgendwie, mir im nächstbesten Supermarkt eine Bowl zu erlegen, an die ich mich heute nur noch des Fotos wegen erinnern kann – anders als an den Weg aus dem oder zurück zum Hotelzimmer, der ist nämlich ganz weg. Genau genommen verweigern mir meine Augen auch zusätzlich jede Kooperation, so dass ich keine 2 Stunden später erneut eingekringelt im Bett liege und weitere 10 Stunden fast traumlos schlafe.
Die Frage nach dem Warum kann ich wie immer nicht beantworten, ohne mir Dinge eingestehen zu müssen, die nicht sein dürfen.

Dissonanz

Wenn deine Empathie dir Worte mit einem Feenstaubglitzergeräusch auf einem Silbertablett serviert und gleichzeitig mit der rostigen Kettensäge, an der noch – ausgesprochen zahlreich – die gar nicht mal so vergammelten Reste deiner eigenen Gefühle kleben, durch die Eingeweide  fleischt, weißt du wieder ziemlich genau, warum du eigentlich Expertin im Social Distancing bist.