Äquilibrium

Kannste schon so machen, dann wirds halt kacke sagt Rosa und behält natürlich Recht.

Ich habe Rosa, den Parasit und die nicht näher definier- wie fassbaren Schatten diverser Anderer an den runden Tisch zitiert. Lagebesprechung.
Lage? Schief. Ziemlich schief. Sage ich und schon reden wieder alle wild durcheinander, was mir und der Lage nicht wirklich weiterhilft. Überfordert und überreizt ist mein Impuls, mir einfach die Augen und Ohren zuzuhalten – omg, es wäre so viel einfacher. So viel leichter. Aber wir würden am Ende halt doch wieder allesamt auf der Fresse liegen. Auch irgendwie doof.
Also blinzle ich mit einem Auge in das wirre Durcheinander, aber weil alle meine nur so semi vorhandene Motivation riechen können, fühlt sich natürlich niemand von meinem ach bitte, vielleicht könnten wir…? so richtig angesprochen.
Der Parasit ist der Überzeugung, sich nach der pandemisch äußerst fragwürdigen beruflichen Veranstaltung morgen anschließend wieder aktiv an mir beteiligen zu können. Rosa hält sich für die einzige Möglichkeit, die Zeit bis dahin zu überstehen – und auch darüber hinaus.
Beide wollen mich auf ihre Weise schützen – und wenn es das Letzte ist, was sie tun – und sehen nicht, dass ich das gleiche versuche.
Die Lage? Immernoch schief. Immer noch ziemlich schief.

Euphemismen

Da ist es wieder, dieses nasse Wühlen in meinem Inneren. Etwas sucht. Der Parasit sucht, ohne sich dazu zu äußern, was eigentlich genau. °Klingen° wispert er kaum hörbar zwischen schmatzendem Umherwinden. °Ich weiß, wo sie liegen° flüstere ich sehnend zurück.
Körper hätte gerne Urlaub, so wie Orange gerade. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass er dann garnichts damit anzufangen wüsste und nur rumliegen würde. So wie heutefrüh, als es einer Menge guten Zuredens braucht, um ihn zum Aufstehen zu bewegen. Ich frage mich echt, was er von mir will. Jedenfalls nichts, was Rosa und ich ihm gerade zu geben bereit sind. Anstellerei.

Ich bin mir nach wie vor uneins darüber, ob mir Grün bloß Karotten vor die Nase hält, denen ich blind folge und dabei den Blick für den Weg, auf dem ich mich dabei befinde, aus den Augen verliere. Aber hey. Möhrchen!

Alter

Es ist September und meine Oma ist gestorben. Ich fühle mich erleichtert, weil ich finde, dass es schon lange kein Leben mehr war und ich irgendwie froh bin, dass sie nicht noch weitere Jahre auf diesem kaputten Planeten dahinvegetieren muss.
Ich fühle mich ein bisschen schlecht deswegen. Und weil ich nicht heulend in der Ecke sitze und stattdessen amüsiert vor mich hin denke, dass sie zwei Mal geimpft, im September gestorben und daher mit ihren 94 Jahren bestimmt der beste Beweis ist, dass alle Geimpften diesen Monat wohl nicht überleben. °AchtungIronie°
Trotzdem reicht es so langsam mit den schlechten Nachrichten. Erst die Katastrophe Teil drölfzig, dann hält die Krankenkasse Schatz ab in zwei Wochen wieder für Arbeitsfähig (hatte ich schon Katastrophe erwähnt?!) und dann enden gleich zwei Existenzen, auch wenn die Zweite nur das erste Mental Health Café Deutschlands war, mit dem ich mich auf seltsame Art und Weise verbunden fühle. Genug jetzt, bitte.

Manchen Dingen kann man einfach nur so begegnen.