
Mein Wecker ist gestellt, meine höchstwahrscheinliche Rückkehr an den virtuellen Arbeitsplatz seit Freitag angekündigt, das Wochenende war grauenvoll – was soll da schiefgehen?
Der Beschluss, die Verlobung mit meinen Augenringen zu lösen und stattdessen als elendes Häufchen erneut bei meinem Doc zu sitzen, mag – nicht nur nach Außen – sinnvoll und verantwortungsbewusst aussehen, anfühlen tut es sich aber wie persönliches Totalversagen. Und das mit mehrwöchigem Anlauf.
Um einen weiteren gewünschten gelben Schein, eine ungewünschte Überweisung zur Psychotherapie (siehe: Totalversagen plus nach den ganzen schon erfolgten Therapien bin ich ja sowas von selber schuld) und einen Dreimonatsvorrat Psychopharmaka, den ich mir letzte Nacht entgegen meiner bisherigen Überzeugung tatsächlich doch wieder als mögliche Hilfe ausgedacht habe, sitze ich nun daheim und versinke in dem nichtGefühl, ein ausgesprochen schlechter Mensch und eine noch schlechtere Kollegin zu sein.
Und wie zur Hölle tue ich jetzt schöne Dinge, wenn mir die Selbststigmatisierung schon bei der bloßen Idee in den Rücken schießt?




