
Angesichts der mit SchwelBränden übersäten Welt scheint das halbleere Glas Wasser in meiner Hand gerade gut genug zu sein, mich – weder moralisch vertretbar, noch biografisch sinnvoll – multisubstanziell meinem Flauscheeinhorn zuzuwenden, wenn auch nur für einen Nachmittag*. Nun kraulen wir uns also gegenseitig das Fell und schauen rosa Wolken hinterher, aus denen Glitzerkonfetti auf den Boden der Tatsachen regnet und Regenbögen fangen spielen.
Frau Physio merkt beim letzten Termin für meine ausgesprochen lästige Schulterproblematik an, dass ich meine Watch vielleicht nicht ständig und nicht ständig rechts tragen soll, und auch wenn ich ihre Intention verstehe und sie vermutlich sogar sinnvoll sein könnte, frage ich mich, wie ich das genau machen soll. Denn dazu müsste ich das ja wollen und ich will das nicht wollen, weil dann keiner mehr meine Schritte zählt und ich es dann wohl selber tun müsste. Außerdem verbraucht Körper die Kalorien nur, wenn einer hinguckt, und so ein eifrig protokollierender Stalker am Handgelenk kommt da sehr gelegen. Außer an Tagen wie heute, bei denen die Prozentanzeige des Tagesziels thermalbadbedingt im unteren zweistelligen Bereich hängen bleibt und ich mich trotzdem fühle, als wär ich seit drei Tagen wach und ungleich länger durch Winterwälder gehetzt.
* Na gut, zwei Nachmittage. In Folge. °Und dein Wochenende so?°




