Inception

Wer will ich sein?
Abgesehen von der Möglichkeit, die Intonation so auszulegen, dass die Folgefrage Irgendjemand? Will irgendjemand ich sein? lauten könnte und die Frage ad absurdum führt, wäre meine bevorzugte Antwort Meine eigene Katze. Bedingungslos liebgehabt, in Grund und Boden gekrault, und wenn ich den felinen Mittelfinger zeige, bin ich trotzdem noch niedlich.

Wer will ich °thefuck° sein?
Diejenige, die mit einem angetäuschten Suizidversuch nach Hilfe schreit, möglicherweise ein paar Tage in der Psychiatrie landet und deutlich mehr als nur sich selbst verletzt? Keine so schlaue Idee. Aber eine – sehr detailliert ausgemalte – Option.

Wer will ich sein?
Das ist die Frage, die er stellt. Und ich hasse ihn dafür. Weil er Recht hat. Weil sie wichtiger ist als Wer bin ich.

Moonfall

Physi(kali)scher Blödsinn, aber nett zum oschaun.
Rede ich mir ein, auch wenn es nackig wieder mal nicht stimmt, zumindest von hinten. Versuche, strong den neuen heißen Scheiß sein zu lassen, scheitern nicht nur an Rosa, sondern auch an mir und meiner Wollen-Lähmung.
Etwas streift mich, während ich im mentalen Tiefflug vor mich hin dümpel, aber es ist mir deutlich zu anstrengend, den Kopf zu heben und nachzuschauen, was es gewesen sein könnte. Außerdem ist Feierabend, spaziert ist auch, was soll’s also.
Vermutlich nur eine Lästigkeit. So wie leben halt.

Pulsar

Die Welt ist aus- und ich eingesperrt. Ich bin auf der Suche nach Gründen, um weiterzumachen, egal in welche Richtung, aber mein Kompass ist kaputt. Rosa hält ihm einen Magneten vor die Nase und ich folge ihm blind, trotz nahezu angstvoll geweiteter Augen, weil es mir angesichts der Alternativen alternativlos erscheint.
Ich weiß, wo es endet, doch es ist mir egal. Es ist das Leben, was Angst macht.

Dystopie

Für den Fall, dass sich jemand fragt, wo ich bin. Hier. In meiner selbst gewählten Belanglosigkeit. Rosa Zombies haben mein Gehirn gefressen.

Inszenierung

Wenn ich mich abends ausziehe und zu dem werde, was ich behaupte, nicht zu sein, fühlt sich der Rest meines Tages an, wie ein Film.
Orange spielt eine der Hauptrollen, glänzt vor sich hin und glaubt erstaunlicherweise, was sie da so von sich gibt. Andere auch, die sich durch ihr abgeklärtes Auftreten überzeugen lassen und mit glauben.
In der zweiten Hauptrolle mein funktionierendes Alltags-Ich. Auch das erzählt überzeugt von Dingen – glaubt sie aber im Gegensatz zu Orange nicht daran, sondern lügt einfach munter vor sich hin. Weniger abgeklärt, aber scheinbar dennoch leidlich überzeugend.
Rosa? Suffliert dann am Abend den unausgesprochen Subtext, der mein eigentliches Handeln bestimmt.

Kokon

Kann man Flashbacks voll mit Nichts haben? Oder ist es mehr der Moment des Erinnerns an Nichts in den Sekunden danach, die zwischen °am Schrank festhalten° und °auf dem Fußboden aufwachen° lagen? Seit jenem Donnerstag vor 1 1/2 Wochen finde ich mich jedenfalls mehrfach täglich in diesem Nichts wieder – und finde es großartig.
Ein Nichts, (in) dem einfach alles egal ist, weil es halt Nichts ist – finster und gleißend hell zugleich. Heiß und kalt. Nichts und großartig.
Was anderen in letzter Konsequenz grauenerregend erscheint, wird mein sicherer letzter Hafen.
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Ich mag keine Kopfstöße verteilen. Aber noch viel weniger will ich gerade gesund werden. Ich kuschle mich zu Rosa und lasse die Welt passieren.