Repetetiv

Introducing: mental breakdown, pt. drölfzig. Mein nächtlich eskalierendes Gehirn ist leer und mein Akku genauso, was kein Wunder ist nach der Nacht. Die wiederum kein Wunder war, weil – sagen wir, es gab Hinweise.
Und während ich mir ziemlich sicher bin, dass mein Schreibtisch auch morgen nur eine rein dekorative Aufgabe übernehmen wird, hadere ich mit der heutigen Abwesenheit, weil mein aufgekratzter Arm wohl nicht mal eine Narbe zurückbehalten wird und das wohl kaum eine Krankmeldung rechtfertigt.
Aber vielleicht gehts ja nicht um Extremitäten, sondern um Extremitäten, die sich mein Kopf ausdenkt, wenn es draußen dunkel und drinnen noch viel dunkler ist. Auch wenn die Sonne scheint.
Also sitze ich nun hier, mit Streichhölzern in meinen ansonsten zufallenden Augen, und ringe um Worte und Erklärungen und Pläne, um das periodische Abbild meiner mangelnden Stressresistenz Selbstfürsorge in etwas zu überführen, was maximal die Kategorie °okkasionell° verdient.
Wieder einmal.

Eskapismus

So rein endokrin gesehen ist Anarchie wohl gerade der heiße Scheiß. Ich habs jetzt mit Ignoranz, neutraler Datenerhebung und externem, synthetischem Gegenschlag versucht – und alles, was ich erreicht habe, sind mattschwarze Sphären mit massiv-gravitativer Wirkung, die mich auf einen winzigen Punkt aus gleißender Dystopie reduziert haben – weitere Dys-* und Dis-* inklusive. Und ich mag das nicht.

Konvergenz

Es ist Anfang Juni und plötzlich Sommer, obwohl doch eigentlich gerade erst Februar war. Ich komme nicht hinterher, also teilen sich Rosa und Grau gerade mein Gehirn. Der Parasit wirft auch etwas zu oft seine Fantasien in den zerebralen Raum und alle 3 zeigen sich nur wenig beeindruckt von 5/4 Glüxbärchi, obwohl es langsam an der Zeit wäre.
Es nervt kolossal – weil es wieder Anfang Juni ist und ich gerne mal ein Jahr ohne bescheinigten Brainfuck verbringen würde. Und weil ich nicht fühlen wollte, muss ich mir nun anhören, wie mir Emotionen die Ohren vollheulen. Und statt sich geordnet hintereinander aufzustellen und zu warten, bis sie an der Reihe sind, machen das natürlich alle auf einmal, so dass ich genau nichts verstehe. Und dann gucken sie wieder so.

Lux

Es ist heller heute. Die Finsternis der letzten Tage war hart an der Grenze dessen, was ich zu ertragen noch bereit bin und schürt die Angst, den pharmakologisch möglichen Spielraum des Glüxbärchis irgendwann zu verlieren, weil ich nicht weiß, was ich dann tue. Also lautet mein Plan, noch eine Woche weiterzumachen und dann in Schritten auf die vorige Dosierung zu gehen – möglichst unbedunkelt. Und vielleicht sollte ich den Herrn Psychiater mal wieder treffen.

Paralyse

Musik rauscht gemeinsam mit anderen Substanzen durch meinen Körper und beides zusammen hüllt mich in eine flauschig weiche Wolke aus Babyeinhornfell, die ich seit drei Tagen suche und heute endlich finde. Und ich liebe alles daran.
Gestern erwähne ich beiläufig meine erfolgte Selbstmedikation (ohne den Hinweis der doppelten Dosis im Vergleich zum Vortag, die einfach mal so gar nicht zündete) – zum Glück vor dem Filmriss, der erst einsetzt, als ich bereits schlafe, später angelöffelt werde und Schatz daraufhin mit Unsinnigkeiten vollquatsche.
Als ich heute immerhin schon einen Hauch der antreibenden Wirkung der von Ratio verordneten Glüxbarchi-Erhöhung zu verspüren meine, hoffe ich auf ein baldiges Mehr, als mir mein Suchtgedächtnis in den Rücken und ich aus versehen mit wühlenden Händen in den Medischrank falle – die Beiden am Boden befindlichen vergessenen Überreste füttern nun das Einhorn.
Ratios Blick ist ziemlich eindeutig not amused. Und das nicht nur wegen Flausch, sondern auch wegen Rosa, die aufgrund der Anzeige auf der Waage ein Dauergrinsen aufgesetzt hat und Grau, die ihr dauernd im Weg liegt – einfach weil sie es kann.

Akkadese

Ich gehe ins Bett – nicht, weil ich müde wäre (weil, Dauerzustand dieser Tage), sondern weil der Tag bitte enden soll. Das weiß aber der Tag ja nicht, also geht er noch munter weiter und mein Kopf sieht sich angesichts der Tatsache einer bloßen Lageänderung noch lange nicht dazu bewogen, abzuschalten. Im Gegenteil, er nutzt die Reizarmut der Umgebung aus und füllt die Dunkelheit sehr ausgedehnt mit sehr vielen ausschließlich monochromen Möbius-Gedankenschleifchen, imperatives Verstrickungspotential inbegriffen.
Der Versuch, einfach positiv zu denken, fühlt sich auch am nächsten Morgen ziemlich gescheitert an, als ich die Rückenschmerzen, die mich nach zu langer Bettzeit aus dem Bett zwingen, als einzigen, aber immerhin vorhandenen Grund betrachte, aufzustehen.
Überfordert vom Inhalt meines Kopfs, der mich ununterbrochen mit Szenarien, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten bombardiert, frage ich mich, wer am Ende wen manipuliert und ob meine unausgesprochene, aber gelebte Weigerung weiterer Therapien am Ende nur ein Vorwand ist, um egoistisch und anders bleiben zu dürfen. Darunter mischt sich die Frage, ob und wie ich morgen – und den Rest der Woche – arbeiten gehen soll und was wohl noch so lustiges in meinem Kopf passiert, wenn ich es tue oder lasse oder ach ich weiß auch nicht.