Repetetiv

Introducing: mental breakdown, pt. drölfzig. Mein nächtlich eskalierendes Gehirn ist leer und mein Akku genauso, was kein Wunder ist nach der Nacht. Die wiederum kein Wunder war, weil – sagen wir, es gab Hinweise.
Und während ich mir ziemlich sicher bin, dass mein Schreibtisch auch morgen nur eine rein dekorative Aufgabe übernehmen wird, hadere ich mit der heutigen Abwesenheit, weil mein aufgekratzter Arm wohl nicht mal eine Narbe zurückbehalten wird und das wohl kaum eine Krankmeldung rechtfertigt.
Aber vielleicht gehts ja nicht um Extremitäten, sondern um Extremitäten, die sich mein Kopf ausdenkt, wenn es draußen dunkel und drinnen noch viel dunkler ist. Auch wenn die Sonne scheint.
Also sitze ich nun hier, mit Streichhölzern in meinen ansonsten zufallenden Augen, und ringe um Worte und Erklärungen und Pläne, um das periodische Abbild meiner mangelnden Stressresistenz Selbstfürsorge in etwas zu überführen, was maximal die Kategorie °okkasionell° verdient.
Wieder einmal.

Skizze

Ich stolpere über ein gar nicht so kleines Puzzlestück, welches mir zum fortwährend eher diffusen Bild, warum ich insbesondere in familiär assoziierter Kommunikation Schwierigkeiten, habe, bisher fehlte. Nämlich die ebenso offensichtliche wie aussagekräftige Tatsache, dass Kommunikation im gesamten verwandtschaftlichen Kontext neben Alltagserzählungen nicht bedeutet, eigene Handlungen und Gefühle zu ebenjenen zu reflektieren – oder gar bei Gesprächs- und Handlungsbeteiligten zu eruieren – , sondern sich ausgesprochen weitschweifig über nicht anwesende Personen, die meist nicht einmal den Beziehungsstatus einer Bekanntschaft innehaben, zu unterhalten. Im Wortsinn.
Denn schließlich berechtigt die bloße Existenz mancher Menschen im kleinstädtischen Umfeld meine Familie, nicht nur – wahlweise aus erster oder auch dritter Hand erfahrene – Geschichten zu kommentieren, weil man das schließlich nicht so oder anders oder halt gar nicht macht, sondern zusätzlich auch die personengebundene Physis, sofern nicht dem internalisierten Schönheitsideal entsprechend, zu be- und verurteilen. Das Praktische daran ist, dass man dadurch nicht in die Verlegenheit gerät, Spiegelbildern zu begegnen, die einem unter anderem die patriarchal installierte wie inhalierte Misogynie vor Augen führen könnte. 

Legalisierung

Die Entflechtung meiner Leidensfähigkeit von der korrespondierenden –willigkeit erscheint mir enorm wichtig, um den leider nötigen verfrühten Feierabend nicht als persönliches Versagen zu werten, sondern den freien Nachmittag als genau das zu fühlen, was er sein soll.
Zugegeben, ich bin selbst erstaunt, als nach neuem Framing am Ende sogar ein paar Prozent mehr auf meiner Akkuanzeige stehen – ein Grund mehr, meine verringerten Wochenstunden schlichtweg zu feiern.

Bekekst starte ich ins Wochenende, und auch wenn die Dosis dieses Mal dann doch zu hoch war, um es noch alltags(wochenend)tauglich zu nennen und finde den Effekt auf meine Synapsen am nächsten Tag einfach phänomenal. So müssen sich normale* Menschen fühlen, es ist einfach irgendwie aufgeräumter in meinem Kopf.

* gibt’s nicht, weiß ich. aber you know what I mean.

Impuls

Trotz des roten, aufgeregt blinkenden Warnlämpchens, welches auf den nicht unerheblichen Füllstand meiner Blase verweist, diskutiere ich deutlich mehr als eine halbe Stunde lang mit Körper, ob wir nun aufstehen oder nicht. °Nicht° ist definitiv Favorit, woran auch der Gedanke an potentiell gefrorene Wasserfälle und deren digitale Ausbelichtung in Lieblingsmenschgesellschaft nichts ändert.
Irgendwann gewinnt aber das Warnlämpchen und auch wenn Körper es durchaus ernsthaft in Erwägung zieht, krabbeln wir nicht ins Bad, sondern tun so, als wäre aufrechtes Gehen total normal. Ich bewege mich mental irgendwo zwischen unfassbar erschöpft bis total zerstört und einige mich auf ziemlich sehr zerschöpft. Mein ganzes System läuft auf Notstrom und statt der Abbildung kristalliner Kaskaden beschränke ich mich – chauffiert – auf die Aufstockung belletristischer Druckerzeugnisse und wochenendlicher Notwendigkeiten, auch wenn die Paperbacks daheim erst einmal an meiner derzeitigen intellektuellen Kapazität und meiner mangelnden Motivation zerschellen.

Nothing changes if nothing changes.

Quantum

Mein Gehirn schmeißt – natürlich ungefragt – eine ebenso spontane, wie exzessive Botenstoffparty und schüttet in Körper mal alles aus, was es gerade so findet. Da ist es vollkommen unerheblich, dass die Nachricht, die diese mir unangemessen erscheinende Maßlosigkeit auslöst, eine positive ist, auf die ich seit geraumer Zeit hoffte. Also gehe ich exorbitant euphorisiert in den Feierabend und bin viel zu overwhelmed, diesen inneren Zustand auch nur irgendwie zu verbalisieren. Erst nach dem Fitnessstudio mit BeastMode-Musik statt Podcast und einer kalten Dusche finde ich ein paar Hirnzellen, die mir sprachlich nützlich erscheinen, wenn sie auch nur dazu ausreichen, eine grobe Umschreibung des bunten Nachmittags zu zeichnen, der mir zuteilt wurde.
Derweil geht die Aftershowparty munter weiter und Grenzlinien stellen sich wieder einmal als deutlich verschoben dar.

Seismik

Mentale Eskalationsstufen werden als Folge des seit Wochen bestehenden VerSpannungszustandes ausgerufen – der sich lästigerdings nicht nur in Körper manifestiert, sondern in munter potenzierenden cerebralen Verstrickungen seinen Ursprung fand – und gipfeln in einer angemessenen Portion Benzos, die die Arbeit an diesem Satz auf gute zwanzig Minuten ausdehnen und nicht garantieren können, dass er am Ende irgendeinen Sinn ergibt. Die zuvor getroffene Entscheidung, das Glüxbärchi ab morgen zu erhöhen, erscheint folgerichtig und mindert hoffentlich den – nicht ausschließlich, aber dennoch auch – ekliptisch bedingten Brainfuck auf ein erträgliches Maß.