Seismik

Mentale Eskalationsstufen werden als Folge des seit Wochen bestehenden VerSpannungszustandes ausgerufen – der sich lästigerdings nicht nur in Körper manifestiert, sondern in munter potenzierenden cerebralen Verstrickungen seinen Ursprung fand – und gipfeln in einer angemessenen Portion Benzos, die die Arbeit an diesem Satz auf gute zwanzig Minuten ausdehnen und nicht garantieren können, dass er am Ende irgendeinen Sinn ergibt. Die zuvor getroffene Entscheidung, das Glüxbärchi ab morgen zu erhöhen, erscheint folgerichtig und mindert hoffentlich den – nicht ausschließlich, aber dennoch auch – ekliptisch bedingten Brainfuck auf ein erträgliches Maß.

Elegie

Tristesse kann wohl als definierendes Merkmal der aktuellen Lunation festgehalten werden, betrachtet man den mindestens zu zwei Drittel herrschenden Novembernebel und andere Dinge. Neben kopfschüttelndem Weltschmerz-möv´q ist Wetter-möv´q immerhin etwas, dem ich dank naheliegender Orogenese immerhin zeitweise entkommen kann, so dass nicht all meine Ressourcen dafür draufgehen, nicht draufzugehen.
Dabei ist es an Tagen wie heute, an denen die Hummeln in meinem Hintern das Aufheitern der hiesigen Beleuchtungssituation offensichtlich bedeutend eher ahnten und schon am Morgen ein nervöses, ungerichtetes Summen in Körper verursachten, eigentlich ja ganz okay, so mit Unbesiegbarkeitsüberzeugung durch die Gegend zu laufen – wäre da nicht auch Ratio, die meine Getriebenheit gerne sezieren würde, nur um mir dann das Ergebnis mit °kümmerDichdrum!° um die Ohren zu hauen. Dabei zeigt sie vorwurfsvoll auf das Resultat des nicht mehr so kürzlich stattgefundenen, intensiven und visuell aufwändigen schematischen Aktivismus und drängt auf Neufokussierung.

Diametral

Wie zu erwarten zerschellen auch paternal adressierte ungestillte Bedürfnisse an der Realität eines – immerhin selbstfürsorglich aus dem (einseitig) geplanten Juni verschobenen – familiären Besuchs. Auch wenn ich mir Mühe gebe, mein Innenleben verständlich darzulegen, versickern die Informationen fast vollständig unkommentiert, so dass wir am Ende doch wieder bei reinem Austausch über die sichtbare Welt ankommen, der sich an der allgemeinen Introvertiertheit aller Beteiligten totläuft.
Verschwiegenheit auch über die Tatsache, dass auf ebenjene Verschiebung – aus Gründen! Genannten Gründen! – ein weiteres Erkundigen nach meinem Befinden schlichtweg entfiel und auf meine Unzuverlässigkeit, spontane fernmündliche Gespräche anzunehmen geschoben wurde – die AUS GRÜNDEN!!! manchmal oft schlicht weg nicht möglich ist.

argh.

Käfighaltung

Meine Kreativität tobt sich derzeit eher im visuellen statt literarischen Umfeld aus und versucht sich dort in der Darstellung von Modi und Schemata, die mir vorab als DiGA und daraufhin auch in gebundener Form ziemlich erleuchtende Ein- bis Durchblicke in meine mentale Funktionsweise eröffnet haben.
Zuweilen überfordert von regulierter Hirnchemie und damit einhergehendem Verlangen, fremde Menschen zu schütteln und ihnen lauthals meine nicht anders als f*cking hervorragend zu titulierende Stimmung an die Stirn zu tackern, erledige ich plötzlich Dinge, von denen ich garnicht wusste, dass ich sie vorhabe, nur um nicht komplett zu eskalieren – positiverdings.
Die Gefahr, mich in diesem Zustand unbemerkt mit eben jenen Dingen zu überfordern, einfach weil es geht, ist nicht nur realistisch, sondern wahrscheinlich – aber ey, so geil habe ich mich seit ewig nicht gefühlt!

Obskurität

Mein Wecker ist gestellt, meine höchstwahrscheinliche Rückkehr an den virtuellen Arbeitsplatz seit Freitag angekündigt, das Wochenende war grauenvoll – was soll da schiefgehen?

Der Beschluss, die Verlobung mit meinen Augenringen zu lösen und stattdessen als elendes Häufchen erneut bei meinem Doc zu sitzen, mag – nicht nur nach Außen –  sinnvoll und verantwortungsbewusst aussehen, anfühlen tut es sich aber wie persönliches Totalversagen. Und das mit mehrwöchigem Anlauf.

Um einen weiteren gewünschten gelben Schein, eine ungewünschte Überweisung zur Psychotherapie (siehe: Totalversagen plus nach den ganzen schon erfolgten Therapien bin ich ja sowas von selber schuld) und einen Dreimonatsvorrat Psychopharmaka, den ich mir letzte Nacht entgegen meiner bisherigen Überzeugung tatsächlich doch wieder als mögliche Hilfe ausgedacht habe, sitze ich nun daheim und versinke in dem nichtGefühl, ein ausgesprochen schlechter Mensch und eine noch schlechtere Kollegin zu sein.

Und wie zur Hölle tue ich jetzt schöne Dinge, wenn mir die Selbststigmatisierung schon bei der bloßen Idee in den Rücken schießt?

Pygmalion

Vor mir liegt ein Haufen Steine. Hinter mir ebenfalls. Ich weiß nicht, ob diese rein konstruktivistischer Natur sind oder (oder und?) ob ich sie mir selbst heimlich von hinten nach vorn in den Weg räume – beides führt aber dazu, dass ich mir schlicht nicht mehr über den Weg traue bei der Frage, ob der nicht nur berechtigte, sondern notwendige gelbe Schein von vergangenem Montag an dem Kommenden einer Verlängerung bedarf oder lediglich eine sommerliche Flause darstellt.

Auch wenn ein Teil meines Gehirns denkt, dass  es nur eine richtige Antwort auf die Frage nach °Montag wieder arbeiten, weil Funktionieren funktioniert schon oder lieber noch ne Woche Pause und Leben funktioniert mit etwas Glück auch wieder ein bisschen?° gibt, denkt ein anderer Teil, dass Erstgenannter bloß krankheitsgewinnorientiert Argumente konstruiert.

Lia möchte bitte aus dem Bällebad abholt werden.