Erwähnenswertes

.kein Pflaster
.keine Notwendigkeit für eines
.eine seit 1 1/2 Wochen auch an Schatz kommunizierte Kaloriensteigerung
.Rosa, die sich freut, dass es dennoch zu wenig sein und weiterhin hübsch kontrolliert wird
.ich, die ich den wahrscheinlich bloß zyklisch bedingten Fast-Stillstand auf der Waage kritisch beäuge

Anastomose

Ich bin irritiert. Die Diskussion, die keine war, klingt noch nach in meinem Kopf, als ich plötzlich rede. Mich öffne, wenn auch nur eine Winzigkeit, aber seit langem erstmals wieder im nicht selbstschädigenden Sinne. Dabei bin ich nicht mal betrunken. Was mich zusätzlich erstaunt. Und Angst macht. So viel.
Vielleicht ist es das Verständnis, auf das wir stoßen, dass Rosa und den Parasit perplex verstummen lässt. Und nicht nur mein, sondern auch Schatz‘ Zugeständnis, dass niemand jetzt gleich und für immer weg muss, niemand zum Gehen gezwungen wird, sondern dass Babyschritte okay sind. Und wir einfach schauen, wie sich die Dinge entwickeln, wenn ich nur ein ganz bisschen mehr Verbindung zulasse.
Scheiße, ist das gruselig.

Nyx


Nach einem längeren und einem kürzeren Spaziergang in der frühsommerwarmen Sonne, einem weiteren einschneidenden Erlebnis und einer heißen Dusche sitze ich mit einer Wärmflasche unter meiner Wolljacke in meinem Zimmer. Frierend. Was bestimmt nicht an Körper liegt, der ja schon eine Weile fett wiederhergestellt ist und in Kürze wohl zum zweiten Mal nach langer Zeit wieder menstruieren dürfte. Wobei, eigentlich liegt es doch an Körper, auch wenn er nun wirklich nichts dafür kann. Schließlich hat er nur das getan, was Körper halt so tun, wenn sie verletzt werden. Wiederholt verletzt. Ich bin also selber schuld, wenn ich frierend, dyspnoisch und irgendwie umnebelt versuche, den 13² Tagen, die ich dann am Ende doch in der Klinik verbracht habe, eine Bilanz abzuringen. Irgendwie scheitere ich aber bereits an der Zeitspanne, deren Dauer nur langsam in mein Bewusstsein sickert, wenn ich mir die verschiedenen Punkte am Horizont ansehe, zu denen im November und heute die Sonne aufgeht.
Ich glaube, ich habe vieles gelernt und verstanden. Ich weiß nur nicht, ob ich mich für oder doch viel eher gegen die als therapeutisch sinnvoll erachtete Umsetzung entscheide, wenn ich an die minutiös erarbeitete Funktion von Rosa, die sie mir ins Ohr zu flüstern niemals aufgegeben hat, entscheide.*

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* oh, ich will wollen, dass es besser wird. dass ich mich für die Umsetzung entscheide. wirklich. aber ich bin ambivalent. und werde das konzept wohl etwas anpassen. so dass es am ende ein bemühtes vielleicht wird.

°

(Bildquelle: Wikipedia)

Erebos

Der Versuch, unerklärliches zu erklären, kann schon angesichts der zugrunde liegenden Begriffsdefinition nichts anderes als scheitern. Also halte ich mich nicht näher damit auf, denke einfach Nichts und verliere mich – nur ein wenig, aber doch etwas zu viel – darin. Hoffend, dass die anstehende kontextuale Veränderung weniger einschneidend ist, als hiesige Unerklärbarkeiten.

Scheinwerfer

Irgendetwas ist gestern passiert. In meinem Kopf. Plötzlich war das Licht an. Nicht langsam wie ein Sonnenaufgang, so dass ich mich hätte vorbereiten können. Kein heller werdendes Grauschwarz, was erst Rot, dann Orange und anschließend strahlend Blau wird. Nein.

Hell. Von einem Moment auf den anderen, weil irgendetwas mit voller Wucht und ohne Vorwarnung auf den Schalter gehauen hat. Ich bin so geblendet, dass es mir Tränen in die Augen treibt, die seit Wochen staubtrocken und an tiefste Dunkelheit gewöhnt sind. Plötzlich bin ich wach. Und frage mich, was in den letzten 6-8 Wochen* passiert ist. Wie ich so eskalieren konnte. Warum ich ein ferngesteuerter, lieber ganz- als halbtoter Zombie in meinem ganz privaten Horrorfilm war, dessen Regie definitiv nicht bei mir lag.

Ich fühle mich derart klar, derart präsent, dass es mir unheimlich ist. Meine Hände fühlen sich nicht nur anders an, sie fühlen auch anders. Ein zartes Hallo entsteht in meinem Kopf.

* ein Schelm, wer dabei an den Einnahmestart des Antidepressivums denkt.

EscapeRoom

Die Welt verschwindet, sobald ich die Tür hinter mir schließe. Wenn ich sie nur schnell genug wieder öffnen würde, könnte ich sehen, dass alles außerhalb der Wände um mich herum einfach weg ist und sich erst rematerialisiert, sobald ich hinsehe.
Eingesperrt in meinem winziggroßen Nanoversum herrschen andere Gesetze. Verschrobenheiten kreisen um Destruktivität, Konsequenzen existieren bloß in der Theorie. Oben ist unten, Innen ist überall.
Ich kippe ein Fenster und fühle mich schräg.