Subduktion

Schatz fragt, ob er mir die Lampe anmachen soll und damn, ich hätte ausgesprochen gerne die Lampe an, also tritt er auf den Schalter und überlässt mich meinem Craving, dessen Begierde nicht mal entfernt mit Photonen zu tun hat.
Urlaub rückt nach und nach in greifbare Nähe und jener ist ebenso nötig wie jedes einzelne Wochenende bis dahin, was den Schluss nahelegt, dass wieder einmal irgendwas schief läuft, auch wenn das zumindest aus Cravings Sicht gesehen leider nichts mit Prozenten oder anderen Dummheiten, die sich aufzudrängen versuchen, zu tun hat.
Unausgesprochen undefinierte Gefühlstsunamis überrollen mich nach wie vor in Gegenwart melodischer Schallwellen und zerreißen mich innerlich, wenn ich sie denn ließe. Weil ich aber sinnvollerweise dann doch nicht mit 180 und einem Nervenzusammenbruch über die Autobahn kacheln sollte, lasse ich sie natürlich nicht.

Suppenwetter

Ich fühle mich fiebrig und so müde, dass meine Augen unscharf sind. Beides wird weniger die Folge von zu wenig Schlaf, als von mangelhafter Energieversorgung sein, betrachtet man die im Mittel nur dreistellige Kalorienbilanz der letzten Tage. Gepaart mit der schneefallbedingten Zwangspause in Bezug auf die eigentlich wochenendüblichen ausgedehnten Spaziergänge meint Körper wohl, er bekäme nun tatsächlich eine Pause und fühlt sich trotz oder gerade wegen einem unausgedehnten Spaziergang und der Schneeschaufelei der letzten zwei Tage dazu berechtigt, herunterzufahren.
Immerhin aber scheine ich ihm die Idee, zu menstruieren, vorerst wieder abgewöhnt zu haben, so dass er mich zumindest bisher nicht mit den lästigen Begleiterscheinungen nervt.
Und natürlich kann ich den Schnitt dieser Woche nicht ruinieren, also fange ich – ganz bestimmt – morgen an, Körper wieder mit mehr Energie zu versorgen.

Inapparent

Körper ist on fire. Dass er dabei nicht glüht, finde ich ausgesprochen nett, weil dann wär Sport natürlich so ne Sache. Aber wenn nur die Lymphknoten motzen, dass da wohl was wäre, ist das zwar lästig – zumal ich nicht wusste, dass die in den Achseln derart weh tun können, vorallem wenn man Nachts auf der Seite schläft und die schön einklemmt – aber kein Hinderungsgrund. Sagt übrigens auch Herr Doktor und das Blutbild.
Allerdings gibt es da wohl doch einige Lieferschwierigkeiten heute. Nicht, dass das Rosa und mich davon abhalten würde, das übliche Programm im Fitnessstudio einzufordern, aber sagen wir mal so: könnte mich bitte jemand ins Bett tragen? Gut, Schatz hätte das ausgesprochen gerne schon unter der Dusche in die Wege geleitet, aber das ist ganz sehr nicht das, was ich meine – auch wenn ich mir seiner Intimitätenunterversorgung durchaus bewusst bin und das schlechte Gewissen an mir nagt (nein, er fordert hier nichts von mir, um das klarzustellen).

Immerhin, mit Blick auf die Uhr sagt Rosa, ich darf gleich mein – natürlich schon vorgeplantes und dann abgewogenes – Abendessen haben, auch wenn Körper nicht schon von Weitem aussieht, als wäre sie nach wie vor anwesend. Doof ist nur, dass ich für die Zubereitung stehen muss und Körper das gerade nahezu unzumutbar findet.

Aporie

Ich kann sie beide verstehen. Körper, wenn er bei jeglichen Aktivitäten immer deutlicher mault – ganz zu schweigen von so etwas wie dem Zeigen von Leistungsfähigkeit oder gar -steigerung im FitnessStudio – und Rosa, die mir aller in jenen Situationen gefassten Vorsätze zum Trotz einen Vogel zeigt, wenn es um Korrekturen geht. Beide umkreisen sich wie Raubtiere und schmeißen mit Amenorrhoe und Kontrolle um sich. Im entstehenden Handgemenge bekomme ich die meisten Ohrfeigen ab und würde mich gerne trösten lassen, aber dann müsste ich ja reden.
Igittihbäh.
Dass ich eigentlich jederzeit wieder auf Frau Therapeutin zugehen könnte, macht es auch nicht besser, weil ich sehr genau weiß, dass ich mich dort nur ein bisschen streicheln lassen würde, um anschließend wieder einen Weg zu skizzieren, der Lob verdient und nicht stattfindet. Einfach, weil ich es kann, das Ding mit der Manipulation.
Also setze ich mich einfach in die Mitte der Kreise, die die Teufel um mich herum ziehen, und schaue ihnen beim kleiner werden zu.
Wenigstens die Arbeit funktioniert jetzt. Ist ja schonmal was.

Koordinaten

Ich bin müder, als ich es eigentlich sein sollte nach dem heutigen Tag (ähm,ja…) und fühle mich haltlos.
Es schmeißt mich ein bisschen, so von °ohwiegeilwirsindfrei° nach °undjetzt?!(Grillenzirpen)° und wieder zurück – Planlosigkeit bekommt mir nicht gut. Das zu wissen, hilft mir allerdings gerade auch nicht weiter.
Ich brauche ein Projekt.

Reizthema

Weidekätzchen. Der natürliche Körpergeruch von Schatz. Orgelspiel. Disney-Filmenden. Ich bin berührt und stelle fest, dass ich es seit über 2 Jahren nicht war. Keine Frage, ohne SSRI wäre ich auch sonst einfach nicht(s) mehr, aber dass nicht nur Untiefen untiefer, sondern auch alles andere einfach unbedeutend flacher ist, stand nicht im Beipackzettel – und sagt einem auch keiner.
Also taste ich mich langsam wieder an meine Emotionen ran, hoffend, nicht überrannt und niedergetrampelt zu werden – das übernehmen die Absetzerscheinungen zur Genüge.

Derweil. Postet meine von Entzug und Katastrophenterminen unbehelligte Mama ein Spruchbild in ihrem WhatsApp-Status und ich weiß nicht, ob ich weinen, eskalieren oder – thematisch passend – kotzen soll. Augenrollen jedenfalls fällt aus, weil BrainZaps.
Ohne Reproduktionsabsicht dennoch das Zitat:
Natürlich dürfen dicke Menschen kurze Kleidung tragen! Dumme Menschen reden ja auch.
Und erstellen Spruchbilder. °Kalmar!°