Ich bin irritiert. Die Diskussion, die keine war, klingt noch nach in meinem Kopf, als ich plötzlich rede. Mich öffne, wenn auch nur eine Winzigkeit, aber seit langem erstmals wieder im nicht selbstschädigenden Sinne. Dabei bin ich nicht mal betrunken. Was mich zusätzlich erstaunt. Und Angst macht. So viel.
Vielleicht ist es das Verständnis, auf das wir stoßen, dass Rosa und den Parasit perplex verstummen lässt. Und nicht nur mein, sondern auch Schatz‘ Zugeständnis, dass niemand jetzt gleich und für immer weg muss, niemand zum Gehen gezwungen wird, sondern dass Babyschritte okay sind. Und wir einfach schauen, wie sich die Dinge entwickeln, wenn ich nur ein ganz bisschen mehr Verbindung zulasse.
Scheiße, ist das gruselig.
Schlagwort: Identität
Grey’s
Weißt du, wer du wirklich bist?
Weißt du, was mit dir passiert ist?
Willst du so ein Leben führen?
Scheinwerfer
Irgendetwas ist gestern passiert. In meinem Kopf. Plötzlich war das Licht an. Nicht langsam wie ein Sonnenaufgang, so dass ich mich hätte vorbereiten können. Kein heller werdendes Grauschwarz, was erst Rot, dann Orange und anschließend strahlend Blau wird. Nein.
Hell. Von einem Moment auf den anderen, weil irgendetwas mit voller Wucht und ohne Vorwarnung auf den Schalter gehauen hat. Ich bin so geblendet, dass es mir Tränen in die Augen treibt, die seit Wochen staubtrocken und an tiefste Dunkelheit gewöhnt sind. Plötzlich bin ich wach. Und frage mich, was in den letzten 6-8 Wochen* passiert ist. Wie ich so eskalieren konnte. Warum ich ein ferngesteuerter, lieber ganz- als halbtoter Zombie in meinem ganz privaten Horrorfilm war, dessen Regie definitiv nicht bei mir lag.
Ich fühle mich derart klar, derart präsent, dass es mir unheimlich ist. Meine Hände fühlen sich nicht nur anders an, sie fühlen auch anders. Ein zartes Hallo entsteht in meinem Kopf.
* ein Schelm, wer dabei an den Einnahmestart des Antidepressivums denkt.
EscapeRoom
Die Welt verschwindet, sobald ich die Tür hinter mir schließe. Wenn ich sie nur schnell genug wieder öffnen würde, könnte ich sehen, dass alles außerhalb der Wände um mich herum einfach weg ist und sich erst rematerialisiert, sobald ich hinsehe.
Eingesperrt in meinem winziggroßen Nanoversum herrschen andere Gesetze. Verschrobenheiten kreisen um Destruktivität, Konsequenzen existieren bloß in der Theorie. Oben ist unten, Innen ist überall.
Ich kippe ein Fenster und fühle mich schräg.
Antworten
Am relativen Ende einer nicht vollständig rekonstruierbaren Assoziationskette, in der es um nicht weniger als sehr existentielle Fragen geht, sammle ich Dinge, die ich mit auf eine einsame Insel – auf der die Überlebensgrundlagen vorhanden sind – nehmen würde und stelle mir plötzlich die Frage, ob ich mich denn dort mit hin nehme. Also, nehmen will, denn egal ob hypothetisch oder nicht, ich wäre in jedem Fall ja dort – im hypothetischen Fall wäre ich ja sogar vor mir da. Glaube ich. Aber darum geht es nicht, auch wenn mein Kopf sich lieber an dieser Überlegung als an der ursprünglichen Fragestellung festbeißt.
Splitter
Ich liege in viel zu viele Teile zerstreut am Boden um mich herum. Mich wieder zusammenzusetzen scheitert am nicht vorhandenen Kleber, dem Unwillen, ebenjenen zu suchen und daran, dass kein Teil mehr zum Anderen zu passen scheint.