Es ist ruhig hier im Außen. Dafür ist es im Innen unglaublich laut und ungeordnet und schmerzhaft und diffus. Rosa ist seltsam unpersonifiziert. Agiert in der Tiefe, versteckt und im Dunkeln.
Die Intensität von einfach allem bringt mich fast um den Verstand. Die absolute Ehrlichkeit, mit der ich den Therapeuten und mir selbst begegne, ebenfalls.
Schlagwort: Chaos
Glas
Wie eine kurzsichtige Hummel knallt die Idee in meinem Kopf immer wieder mit voller Wucht gegen den unsichtbaren Widerstand, der sie davon abhält, zu mehr als einem abstrakten Begriff oder einem Gefühl von zu werden. Sie ist erstaunlich penetrant, so dass ich sie für wichtig halte, aber sie scheitert am Wortmangel und fehlender Konzentration.
Desinfiziert.
Sturmtief
Es ist schon wieder Mittwoch und mir fällt ein, warum ich eigentlich Sport mache. Was mir nicht einfällt ist, warum ich Mittwoch zum sportfreien Tag erklärt habe. Und mich auch noch daran halte.
Mein Kopf jedenfalls hat seine Hüpfburg aufgepustet (ohne Luftpumpe – dafür spricht zumindest meine mir heute wieder besonders auffallende Kurzatmigkeit), alles an auffindbaren Gedanken dort reingeworfen – jeden. einzelnen. Fetzen. – und hüpft. Ekstatisch.
Befürchtungen wickeln sich um Tatsachen, Gedanken verheddern sich im entstehenden Durcheinander, und ich stehe etwas ratlos davor. Rosa hält mir zusätzlich einen sehr ausschweifenden wie vorwurfsvollen Vortrag über meine Tageskalorienüberschreitung von 38 kcal und streut Salz in die heute-kein-Sport-Wunde, die ähnlich zwanghaft ist, wie morgen-natürlich-wieder-Sport.
Meinen ausnahmsweise sturmfreien Nachmittag hatte ich mir anders vorgestellt. Ohne Orkan.
Es ist schon wieder Mittwoch und mir fällt ein, warum ich Alkohol und Rasierklingen vermisse.
Eruption
Ich wache auf und wundere mich, dass ich weder tränenüberstömt noch heiser bin.
Die Träume diese Nacht waren weder von besonderer Kreativität, noch von so etwas wie einem Hauch von Logik geprägt. Dafür von einer Wucht an Emotionen, die ich im Wachzustand seit – ja, seit wann eigentlich? – ewig nicht gefühlt habe. Angst. Scham. Überforderung. Wut. Man, ich war so unendlich, so unfassbar wütend. Ich habe mir die Seele aus dem Leib geschrien, geheult, gekämpft. Es hat mich zerrissen und verzweifeln lassen.
All das liegt nun wie ein klebriges Spinnennetz über meinen Gedanken und ich versuche herauszufinden, was hinter den wirren Geschichten steckt, die mein Unterbewusstsein sich ausgedacht hat. Und ob es sie erdacht hat, um diesen Ausbruch zu erzeugen, oder um ihn unterzubringen, weil er sonst getobt hätte, ohne dass ich ihn erinnern würde.
Jetzt hat jedenfalls wieder alles seine Ordnung. Ich bin, wie seit ewig, unendlich weit entfernt.
gem・einsam・keit・en
… und am Ende von Allem steht doch sowieso einfach nur ein Fragezeichen.
Nur hinter dem Wir, da steht ein Punkt. Auch wenn mir ein Ausrufezeichen lieber wäre, aber dazu reiche ich gerade nicht.
Bildungsfern
Konzentration. Ein Fremdwort. Bingewatching und gleichzeitig peripherer Handyexzess. Ich staple die unnützen Informationen in eine Ecke, nur damit ich stapeln kann und nicht denken muss. Oder fühlen. Gut, dass sich letzteres sowieso wie verlernt anfühlt. Ersteres auch. Ersteres aber nicht verlernt, sondern unmöglich, dank Dauerbeschäftigung mit Rosa, Sport, Essen, Nichtessen, Hungerhaben – und dank jeglichem Mangel an anderweitigen Interessen. Wäre zu anstrengend, außerdem.
Drei Wochen Urlaub. Tag 1.