Seismik

Mentale Eskalationsstufen werden als Folge des seit Wochen bestehenden VerSpannungszustandes ausgerufen – der sich lästigerdings nicht nur in Körper manifestiert, sondern in munter potenzierenden cerebralen Verstrickungen seinen Ursprung fand – und gipfeln in einer angemessenen Portion Benzos, die die Arbeit an diesem Satz auf gute zwanzig Minuten ausdehnen und nicht garantieren können, dass er am Ende irgendeinen Sinn ergibt. Die zuvor getroffene Entscheidung, das Glüxbärchi ab morgen zu erhöhen, erscheint folgerichtig und mindert hoffentlich den – nicht ausschließlich, aber dennoch auch – ekliptisch bedingten Brainfuck auf ein erträgliches Maß.

Friktion

Der nur euphemistisch sanfte Wink mit dem Zaunpfahl aus Rosas Richtung hallt noch Tage später nach. Ungeachtet des jüngst wieder einmal nicht vorhandenen Zyklus streicht sie umgehend alle leichtsinnig nicht abgewogenen Portionen Obst und die eine baumfrische Walnuss am Tag, denn schließlich können wir es nicht tolerieren, dass jemand anderes plötzlich abnimmt und dafür Bestätigung erhascht – selbst wenn es aus einem °hierWertungsneutralenMehrgewichtsbegriffEinfügen° heraus geschieht. Meine vermutlich als woke zu bezeichnende Weigerung, andere Körper aufgrund ihres Aussehens zu kommentieren, kollidiert mit gesellschaftlichen Erwartungen und erzeugt zusätzliche Dissonanz in meinem Innern.
Das gemeinsam anberaumte Mittagessen samt anschließendem kleinen Event mit ebenjener Gesellschaft werden – zumindest in Teilen – unmöglich und führen zu inneren Verstrickungen, die sich nicht in richtig und falsch aufdröseln lassen. In allen bisher denkbaren Szenarien biete ich Angriffsfläche, die intern oder extern angesiedelt ist und deren Auswirkungen auf mein derzeit vulnerableres psychisches Befinden nicht etwa ungewiss, sondern ganz sicher schadhaft ist.

Phorie

Im schmerzlichen Bewusstsein, durchaus Teil des Problems zu sein, betrachte ich die Pasterze, die sich dem wandelnden Klima nur ergeben kann und nichts als nackten, viel zu warmen Fels hinterlässt. Ich spüre ein Ziehen im Körper und versuche, die Inkongruenz dieser rundum außergewöhnlichen, beeindruckenden und so wunderschönen Landschaft mit der aufkommenden Traurigkeit ins Gleichgewicht zu bringen und bin erstaunt, dass es gelingt.
Die zwei Tage Alpenlandschaft-Dusche fühlen sich an wie fünf und machen die darauffolgenden 130 Liter Regen bei 4 Grad Außentemperatur bisher nachhaltig erträglich, auch wenn sie dafür scheinbar mein Gehirn verstopfen und bisher verhindern, weiter an meinen Käfigtüren zu feilen.

Diametral

Wie zu erwarten zerschellen auch paternal adressierte ungestillte Bedürfnisse an der Realität eines – immerhin selbstfürsorglich aus dem (einseitig) geplanten Juni verschobenen – familiären Besuchs. Auch wenn ich mir Mühe gebe, mein Innenleben verständlich darzulegen, versickern die Informationen fast vollständig unkommentiert, so dass wir am Ende doch wieder bei reinem Austausch über die sichtbare Welt ankommen, der sich an der allgemeinen Introvertiertheit aller Beteiligten totläuft.
Verschwiegenheit auch über die Tatsache, dass auf ebenjene Verschiebung – aus Gründen! Genannten Gründen! – ein weiteres Erkundigen nach meinem Befinden schlichtweg entfiel und auf meine Unzuverlässigkeit, spontane fernmündliche Gespräche anzunehmen geschoben wurde – die AUS GRÜNDEN!!! manchmal oft schlicht weg nicht möglich ist.

argh.

Reminiszenz

Als ich mit Schatz bei ebenjenem Herrn Psychiater bin, der mich vor zwei Jahre mit seiner eher unterdurchschnittlich erfolgreichen Idee, das Glüxbärchi zu wechseln, in die Psychiatrie brachte, um bei ihm einen Termin zu vereinbaren, stellt sich meine Erinnerung an den Behandlungsraum wie vermutet als entfernt dar. Zwar war ich mir vorher schon ziemlich sicher, dass der Stuhl, auf dem ich damals saß, nicht in zehn Metern Distanz zu seinem Schreibtisch steht, sehe mich aber nun bestätigt – auch wenn sich das Bild in meinem Kopf dadurch keinen Millimeter ändert.

Nachdem das jetzige, psychiatriegetestete Glüxbärchi auch aktuell tut, was es soll – wenngleich auch mit etwas weniger Schmackes als am Anfang, was immerhin der Orgasmusthematik entgegenkommt – bedarf es neben einem neuen Rezept auch belastbarer Informationen zur längerfristigen Einnahme, auch wenn ich die in meinem Kopf – natürlich – bereits wieder zu relativieren beginne.

Käfighaltung

Meine Kreativität tobt sich derzeit eher im visuellen statt literarischen Umfeld aus und versucht sich dort in der Darstellung von Modi und Schemata, die mir vorab als DiGA und daraufhin auch in gebundener Form ziemlich erleuchtende Ein- bis Durchblicke in meine mentale Funktionsweise eröffnet haben.
Zuweilen überfordert von regulierter Hirnchemie und damit einhergehendem Verlangen, fremde Menschen zu schütteln und ihnen lauthals meine nicht anders als f*cking hervorragend zu titulierende Stimmung an die Stirn zu tackern, erledige ich plötzlich Dinge, von denen ich garnicht wusste, dass ich sie vorhabe, nur um nicht komplett zu eskalieren – positiverdings.
Die Gefahr, mich in diesem Zustand unbemerkt mit eben jenen Dingen zu überfordern, einfach weil es geht, ist nicht nur realistisch, sondern wahrscheinlich – aber ey, so geil habe ich mich seit ewig nicht gefühlt!