If your world falls apart, I’d start a riot

Die Katastrophe. 5 Monate und 4 Tage sind vergangen. Und es brennt immernoch.

Stell dir vor…

Jemand dreht dir aus über 1 1/2 Jahrzenten Vertrauen einen Strick.
Jemand wirft dir etwas vor, was du nicht getan hast.
Jemand setzt dich so lange fest, bis du dein eigenes Todesurteil unterschreiben würdest.
Jemand lässt dich dein Todesurteil unterschreiben.
Jemand verletzt deine Privatsphäre.
Jemand drängt dich in eine Ecke.
Jemand zwingt dich in einen absurden Rechtsstreit, dessen Ausgang offen ist.
Jemand zerstört dein bisheriges Leben und zündet die Trümmer an.
Jemand betrachtet dich bloß als Kolateralschaden.
Jemand will deine Existenz vernichten.

Und jetzt stell dir vor…

Jemand meint es ernst. Und es wäre deine Existenz.

Genau genommen ist all das meinem Mann passiert. Ich bin nur zufällig seine Frau. Und vielleicht ist es ein Fehler, all das so nah auch an mich heran zu lassen. Aber vielleicht ist genau das der Grund, warum unsere Beziehung nicht nur funktioniert, sondern so wundervoll ist. Weil ich es persönlich nehme, wenn jemand Schatz bedroht.
Aber ich kämpfe an zwei Fronten. Gegen diesen Jemand, der uns alles nehmen will. Und gegen mich selbst, meinen Kopf, meine Gedanken, meine Hilflosigkeit, meine Müdigkeit.
Jemanden kann und werde ich nicht gewinnen lassen. Bleibt abzuwarten, wieviel für die zweite Front übrig bleibt.

Atemlos

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Es geht mir heute nicht gut. So garnicht.
Es fing gesternabend an. Irgendwas war anders, alles war schwerer. Ich konnte nicht richtig atmen. Heutfrüh wäre ich am Liebsten einfach im Bett geblieben. Bin trotzdem aufgestanden. Bekam schlecht Luft, immernoch.
Könnte weinen und möchte nur meine Ruhe.
Nein, es geht mir heute nicht gut.

96 – Grenzüberschreitung

Bald kommen mein Bruder und mein Schwager zum Frühstück, danach haben wir einen Ausflug geplant. Ich möchte nur zurück ins Bett. Meine Grenzen sind weit überschritten, und Schuld bin ich selbst. Weil ich sie kenne, und ignoriere.
So viel Zeit mit anderen zu verbringen, stresst mich enorm. Das Gefühl, fremdbestimmt zu sein, keine Zeit für mich zu haben, keine Rückzugsmöglichkeit.
Und dann kommt der Anteil um die Ecke, der sagt, ich soll mich nicht so anstellen, schließlich sind es nur 2 1/2 Tage, und ich muss mich doch nur zusammenreißen. Also reiße ich mich zusammen, ignoriere den Kopfschmerz, die Gedanken, das Ruhebedürfnis und denke beinahe minütlich an meinen freien Tag am Dienstag, bis zu dem ich es halt einfach aushalten muss.

62 – Anfangen, aufzuhören. Aufhören, anzufangen.

Bitte lass es endlich aufhören. Ein Satz, der mir zur Zeit jeden Tag mehrmals durch den Kopf geht.
Aber, was soll eigentlich aufhören? Ich weiß es nicht, so sehr ich auch darüber nachdenke. Ich will, dass es mir besser geht. Ich will den Sommer spüren, mein Leben leben. Aber den Sommer nehme ich kaum wahr, und das Leben fickt lebt mich. Ich sehe nur zu, funktioniere, wenn ich muss, und verbringe die Zeit, in der ich es nicht muss, mit dem Wunsch, in mein Bett zu krabbeln wo ich dann wieder mal nicht schlafen kann.

Ich weiß nicht, was ich ändern kann. Ich kontrolliere immer noch mein Essen und esse viel zu wenig. Ich will so wenig wie möglich auffallen und keine Hilfe, arbeite auf einem viel zu hohen Stresslevel vor mich hin und hoffe, dass mein Körper nicht irgendwann aufgibt. Ich zähle die Tage bis zum Urlaub und denke, dass dann alles besser wird.
Ich ignoriere alle Warnungen meines Körpers und hoffe nicht, dass ich bald zusammenbreche.

Ich würde so gerne die Verantwortung für mein Leben abgeben. Soll es doch jemand anderes in die Hand nehmen und es wieder in Ordnung bringen, ich hätte es gerne erst zurück, wenn es aufgeräumt, sortiert und wieder hübsch bunt ist. Und dann kommt der erwachsene Teil von mir um die Ecke und schimpft mich aus, wie ich nur so denken kann – die Verantwortung kann mir gar niemand abnehmen, und außerdem muss ich mich nur mal ein bisschen anstrengen, dann kann es selbst wieder in Ordnung bringen.

Bitte. Ich will, dass es aufhört.