62 – Anfangen, aufzuhören. Aufhören, anzufangen.

Bitte lass es endlich aufhören. Ein Satz, der mir zur Zeit jeden Tag mehrmals durch den Kopf geht.
Aber, was soll eigentlich aufhören? Ich weiß es nicht, so sehr ich auch darüber nachdenke. Ich will, dass es mir besser geht. Ich will den Sommer spüren, mein Leben leben. Aber den Sommer nehme ich kaum wahr, und das Leben fickt lebt mich. Ich sehe nur zu, funktioniere, wenn ich muss, und verbringe die Zeit, in der ich es nicht muss, mit dem Wunsch, in mein Bett zu krabbeln wo ich dann wieder mal nicht schlafen kann.

Ich weiß nicht, was ich ändern kann. Ich kontrolliere immer noch mein Essen und esse viel zu wenig. Ich will so wenig wie möglich auffallen und keine Hilfe, arbeite auf einem viel zu hohen Stresslevel vor mich hin und hoffe, dass mein Körper nicht irgendwann aufgibt. Ich zähle die Tage bis zum Urlaub und denke, dass dann alles besser wird.
Ich ignoriere alle Warnungen meines Körpers und hoffe nicht, dass ich bald zusammenbreche.

Ich würde so gerne die Verantwortung für mein Leben abgeben. Soll es doch jemand anderes in die Hand nehmen und es wieder in Ordnung bringen, ich hätte es gerne erst zurück, wenn es aufgeräumt, sortiert und wieder hübsch bunt ist. Und dann kommt der erwachsene Teil von mir um die Ecke und schimpft mich aus, wie ich nur so denken kann – die Verantwortung kann mir gar niemand abnehmen, und außerdem muss ich mich nur mal ein bisschen anstrengen, dann kann es selbst wieder in Ordnung bringen.

Bitte. Ich will, dass es aufhört.

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