79 – Der frühe Vogel kann mich mal!

Man sagt, es gibt Nachteulen und Morgenmenschen.
Mein Wecker klingelt um 4.45 Uhr in der Früh. Ich bin eine Nachteule. Finde den Fehler.

Mein Rhythmus.

Der Urlaub zeigt mir wieder einmal, dass ich für die Arbeit meinen natürlichen Rhythmus ignorieren muss. Habe ich mehrere freie Tage am Stück (länger als nur ein Wochenende, und sei es auch verlängert), stellt sich nach den ersten Abenden, an denen ich noch sehr früh ins Bett falle und ausschlafe, ein anderes Schema ein. Die Abende werden länger – und irgendwie kreativer, gefüllter – und ich stehe später auf. Erholt!

Gleitzeit ist kein Garant für ausgeschlafene Tage.

Theoretisch könnte ich es machen wie mein Chef: erst um 9 Uhr oder auch noch später anfangen. Praktisch würde sich meine ohnehin schon lange Fahrtzeit um den Faktor 1,5 erhöhen (mindestens), von der dann herrschenden Parkplatzsituation mal ganz abgesehen.
Also doch weiter um viertel vor 5 aufstehen und totmüde sein, egal wie lange ich geschlafen habe.

Schlafen. Ein Thema für sich.

Ich sage nur wenigen Leuten, wie viel Schlaf ich brauche, weil mich die Meisten daraufhin ein wenig belustigt oder auch mitleidig anschauen und sich ein entsetztes “Echt jetzt?!“ nur selten verkneifen können. Selbst mein Arzt meinte mal zu mir, so viel Schlaf brauche doch kein Mensch.
Ich habe versucht, dauerhaft weniger zu schlafen. Wollte mich umtrainieren, und komme unter der Woche garnicht daran vorbei, weniger zu schlafen, wenn ich nicht direkt nach dem Heimkommen ins Bett fallen möchte. Aber am Ende lande ich immer beim Ausgangswert, weil ich nicht mehr kann.

10 Stunden. In Worten: Zehn.

Das ist es, was mein Körper an Schlaf im Schnitt braucht. 11 oder 12 gehen auch, wenn ich mal besonders erschöpft bin.
Nach diesen durchschnittlich 10 Stunden wache ich von selbst auf und fühle mich – je nach Nacht, natürlich, aber gehen wir mal vom Idealfall aus – erholt. Warum sollte es mein Körper also nicht brauchen?
Natürlich falle ich nicht tot um, wenn ich (auch über einen längeren Zeitraum) weniger schlafe. Aber fiese Dauerkopfschmerzen werden mein täglicher Begleiter, abgesehen von einer Laune, die man besser nicht reizt.

Depression und Schlafen. Da war doch was?

Ich kenne aus meiner dunkelsten Phase Zeiten, in denen ich den ganzen Tag hätte Schlafen können. Mein aktuelles Schlafbedürfnis betrachte ich dagegen als normal und unabhängig von der Krankheit. Im Gegenteil, ich komme mehr und mehr zu der Auffassung, dass zu wenig Schlaf meiner Depression eher noch zusätzlich Nahrung bietet – im Sinne der bereits erwähnten Kopfschmerzen und gereizter bis erschöpfter Stimmung, die meiner dann doch krankheitsbedingten schnellen Ermüdbarkeit nur wenig entgegenkommen.

So ist es nicht verwunderlich, dass ich mir jetzt, wo sich der Urlaub langsam dem Ende neigt, schon wieder Gedanken übers Schlafen und die Müdigkeit und die Umgewöhnung mache. Und anderes, über das ich eigentlich gar nicht nachdenken will, weil es nur eine Antwort gibt…

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