Awesome Blogger Award

Als Anhängerin von eindeutig mehrdeutigen Einwortüberschriften ist mir der hier entstehende Bruch zwar zuwider – aber mir fällt auch kein aber ein.

Wenigstens die Schuld daran kann ich jemand anderem im die Schuhe schieben: Juliane, die meinen Blog mit den Worten Flügelwesen. Schmerzhaft-schöne Texte. Sauviel Respekt für ihre Sprache und ihre Ehrlichkeit. nominierte und mich so ehrlich überraschte und ein bisschen stolz macht, weil ich ihre Texte (und ihr bizarr-schönes Headerbild) so toll finde.
Es gibt sie also tatsächlich, die Menschen, die meine Texte lesen, auch wenn ich bis zum Hals durch mein Innerstes wate und mein Sein sich dabei mit all dem Selbstmitleid vollsaugt, das dabei aus mir heraustrieft. Und die meine Sprache mögen, die ich manchmal selbst übelst genial finde, es aber nie zugeben würde.

Über den Awesome Blogger Award: „Dies ist eine Auszeichnung für die absolut wundervollen Schriftsteller auf der ganzen Welt des Bloggens. Sie haben hinreißende und wunderschöne Blogs, sind bezaubernd und liebenswürdig und finden immer einen Weg, dem Leben ihrer Leser Glück und Lachen zu verleihen. Das ist es, was einen großartigen Blogger wirklich ausmacht.“

Regeln, um Teil des „Awesome Blogger Award“ zu sein:
Danke der Person, die Dich nominiert hat – danke, Carlie! *check*
Kennzeichne den Beitrag mit #awesomebloggeraward – *check*
Beantworte die Fragen, die Dir gestellt wurden – *check*
Nominiere mindestens 5 Blogger, informiere diese über ihre Nominierung und gib ihnen 10 neue Fragen zur Beantwortung – tatsächlich ist das die Stelle, an der ich *raus* bin. weil halt. aber weil ich die Nominierung eben auch ziemlich geil finde, möchte ich dennoch die 10 Fragen von Juliane beantworten:In welchem Moment warst du zuletzt abartig stolz auf dich?

Das würde ich gerne spontan beantworten können. Aber stattdessen beantworte ich Frage um Frage, stelle diese aber immer wieder hinten an, weil mir keine Antwort einfällt, die nicht Jahre zurückliegt oder deren Kontext ich zu albern finde.



Doch, das kann ich erzählen. Als ein Astrofoto von mir in einem Buch über Fotografie veröffentlicht wurde. Winzig klein.

Was sind die schönsten Dinge, die dir jemals gesagt wurden?

Hier würde ich gerne ganz viele der wunderbaren Sachen aufschreiben, die Schatz nahezu täglich zu mir sagt. Tatsächlich fielen mir aber als Erstes die Worte meines Chefs von vor vielen Monaten ein, als er sagte, ich sei einer der drei Menschen, denen er bedingungslos vertraut. Warum das schöner ist als ehrlichst gemeinte Heiratsanträge, Liebesbekundungen und Vertrauensbeweise, weiß ich auch nicht. Finde ich auch ein bisschen armselig.

Was ist dein stärkstes Körperteil und warum?

Mein Kopf. Weil da meine Augen und Ohren drin sind, meine Gedanken, meine EgoStates und all das, was mich ausmacht. Und mich wundert selber, dass ich das sage. Rosa ebenfalls.

Wenn du unter Wasser leben würdest, welche Temperatur hätte das Wasser?

Warm. Schön warm. Die Richtige halt.

Was für ein Gebäude wärst du, mit welcher Funktion und mit welchen Eigenschaften (groß, klein, einstöckig, turmhoch, prunkvoll, modern, schlicht, große Fenster, verwinkelt, weitläufig, unterirdisch, trutzig…)?

Von außen: weiß, modern, große Fenster, schwarze Rahmen, lichtdurchflutet, nicht zu groß oder zu klein, abgeschiedene und schönes Lage
Von innen: so wie von außen erwartet, aber mit einem geheimen Keller und geheimen Zwischengeschossen, die eher nach einer dunklen, verlassenen Villa aussehen *lostplace*

Wenn noch nichts auf der Welt entdeckt worden wäre, was würdest du gerne entdecken – und wie?

Wenn auf der Welt das All enthält, dann bitte das – mit den besten und stärksten Teleskopen, oder auch gerne persönlich vor Ort mittels Warp-, Quanten- oder Glitzerantrieb. Sternenstaub in jeglichen Zuständen sehen und fotografieren und schön finden.

Was würde dein Teenager-Ich an deinem heutigen Ich bewundern – und umgekehrt?

Ich weiß nicht, ob es etwas gibt, was das Raupen- am Flügelwesen bewundern würde. Das Geflügelte bewundert aber am Raupigen, dass es einfach so zufrieden vor sich hingelebt hat. Wäre jetzt auch mal wieder schön.

Was ist dein liebster Gegenstand und warum?

Meine Spiegelreflexkamera, ohne die ich (außer zum Arbeiten – wenn ich es denn mal wieder außerhalb des Homeoffice tun muss, und zum Einkaufen) das Haus nicht verlasse. Hätte ich gerne gesagt, wenn sie mir als Erstes in den Sinn gekommen wäre. Tatsächlich war aber mein erster Gedanke: mein Handy. Weil es mich mit all der Außenwelt verbindet, die irgendwie nötig ist, sich aber auch prima stumm- und in den Flugmodus schalten lässt. Ohne wäre ich verloren. Ohne Kamera nicht ganz so – weil, ich hab ja ein Handy. Auch wenn es eindeutig schlechtere Fotos macht.

Ein außerirdisches Wesen materialisiert sich in deinem Zimmer. Reagierst du mit einem Frontalangriff, einem Friedensgeschenk oder ganz anders?

Ich warte ab, was das Wesen tut. Beobachte es mit Neugier und versuche, seine Motive zu ergründen. Ich wäre bestimmt gerne sein Freund, damit es mich mal mitnimmt auf seine Welt oder mit mir durchs All fliegt und all die Orte mit mir besucht, die ich nur durchs Teleskop kenne.

Was löst dieses Bild in dir aus? https://artsandculture.google.com/asset/while-you-are-sleeping/-gG-5sCY0gbDZg

Dass meine Assoziation eine andere ist, als die, die der Titel impliziert und es doof finde, dass der Titel meine zu der falschen macht. Und, dass ich es nicht ästhetisch schön, sondern plump finde, was wiederum schade ist, weil es in subjektiv schön halt schöner aussähe und noch besser zu meiner falschen Assoziation passen würde.

Sodala. Der wohl im Zeit- wie auch im Buchstabenaufwand längste Blogtext bisher. Jetzt sind aber die Worte erstmal alle.

98 – Denken. Hoffen.

Frau Therapeutin sagt, es ist normal, dass ich in alte* Verhaltensmuster zurückfalle.
Frau Therapeutin sagt, es ist normal, dass ich in alte* Denkmuster zurückfalle.
Frau Therapeutin sagt, ich muss dranbleiben.
Frau Therapeutin sagt, ich muss Achtsam bleiben.
Frau Therapeutin sagt, ich soll mich ablenken.

Ich sage nicht, dass ich keine Lust mehr habe. Dass ich will, dass es aufhört. Dass ich finde, nach 15 Jahren reicht es jetzt wirklich mal. Dass ich aus Überzeugung und ganz bewusst zu wenig esse, zu oft (heimlich!) Alkohol trinke, und keine Hoffnung auf dauerhafte Besserung sehe.
Ich schweige. Denke. Hoffe. Auf ein Ende.

*alt ist relativ. alt ist nur ein paar wochen alt. alt ist jetzt. alt ist neu.

38 – Zwischenspiel

Ich bin so müde. Unendlich erschöpft. Dabei fühle ich mich nicht tief depressiv, sondern einfach… – ja, wie eigentlich? Ich weiß es nicht, weil die Erschöpfung gerade alles überdeckt. Die letzten 5 Wochen waren hart (nicht umsonst hatte ich Abwege und Marathon im Kopf), seit gestern habe ich Urlaub. Wir fliegen bald weg, ich sollte mich freuen, tue es aber nicht, sondern mag eigentlich nur schlafen.

Ich dachte, heute wäre es besser.
Seit ich Donnerstag in der Arbeit das Gefühl hatte, tatsächlich mit allem „fertig“ (im Sinne einer Übergabe an die Vertretung) zu sein, streikt mein Körper, und mein Kopf gleich mit. Selbst für meine Verhältnisse gehe ich mega-früh schlafen und mein Antrieb reicht gerade bis zum Sofa und wieder zurück.
Gestern wollte mein Mann gerne aufn Berg, aber mein Kopf verpasste mir Atemnot, und so einigten wir uns auf einen gemütlichen Spaziergang zum See, den wir dann doch ausfallen ließen und nur im Garten waren.
Heutefrüh fühlte ich mich weniger erschöpft, aber das ist eine gefühlte Ewigkeit her. Meinem Mann zuliebe waren wir heute spazieren (es ist nicht so, dass es mir nicht auch gut getan hätte – O-Ton meiner Thera: „Spaß machen muss es erstmal nicht“), anschließend habe ich sogar noch meine sonntägliche Sport-Einheit drangehängt. Und jetzt könnte ich dann schlafen gehen. Ja, die Marathon-Metapher trifft es gut.

Diese krasse körperliche Erschöpfung macht mich echt fertig. Ich fühle mich faul, und mein nicht vorhandener Antrieb für irgendwas macht es nicht besser.

Ich hoffe nur, dass es mir auf der Insel besser geht, damit wir all das machen können, was wir uns vorgenommen haben. Und ich mich nicht wie der Bremsklotz am Bein von Schatz fühle…

 

…das war jetzt doch eine Art Tagebuch-Eintrag. Mal gucken, ob ich es schaffe, dass es mich nicht stört, wenn es (zumindest so)  nicht in meinem „richtigen“ Tagebuch steht. Ein kleiner Test, also – aber eher nebenbei.