Nimm mich mit, ich will mich in dir auflösen und nie mehr damit aufhören. Lass die Blase um mich herum niemals platzen, durchdring mich, lass mich fliegen und fallen und schweben. Sei um mich herum, in mir drin, überall. Nimm meine Gedanken und überlagere sie, radier sie aus, sei meine Gedanken. Sei alles.
Schlagwort: Auflösen
Zerstreut
Dinge, die dringend gedacht werden wollen, geistern durch meinen Kopf. Aber ich denke sie nicht. Ich ignoriere sie, weil ich keine Zeit habe, so dass sie zerfallen und die einzelnen Buchstaben lose umherliegen und keinen Sinn ergeben, wenn ich hinsehe. Der Berg an Buchstabendurcheinander wird immer höher, und ab und zu lösen sich kleine Lawinen und rollen über mich hinweg.
Und wenn ich dann denke, da war doch was, was gedacht werden wollte – jetzt hätte ich Zeit, ist da nur Buchstabensalat, der sich am Boden festgetreten hat. Und meine Konzentration sagt zu mir, dass sie jetzt aber sowas von keine Lust hat, das alles zu sortieren und zu etwas sinnvollem zum Denken zusammenzubasteln. Also lässt sie es, während ich Salat denke und wieder einmal hoffe, dass der Tag bald ein Ende hat.
Fragen
Es ist kein Sein. Kein Denken, kein Fühlen. Es ist ein Aushalten und hoffen, dass heute bald vorbei ist und ich meinen Lieblingsmenschen nicht ausversehen zerfetze, weil er mich zu lieben versucht.
Als ich mich für die Klinik entschied, hatte ich erwartet, dass es mir tags darauf Bombe geht und ich mich die nächsten Wochen täglich frage, was ich dort dann eigentlich soll. Aber statt Erwartungen zu erfüllen ist mein Kopf in einer seltsam abwartenden Statik gefangen, die nur noch wenig mit Leben zu tun hat. Es ist ein Reagieren und dreht sich um die reine Funktionserhaltung, hat aber große Ähnlichkeit mit Nichts.
Druckverlust
Es ist vorbei. Die Katastrophe hat ein Ende.
Es gab einen Vergleich – einen sehr teuren Vergleich für etwas, das einfach erfunden wurde. Aber er ist – Familie sei Dank – stemmbar, und wir behalten das Haus. Ich weiß nicht, ob ich es überlebt hätte, es zu verlieren. Wahrscheinlich nicht.
Heute habe ich frei. Und tatsächlich mal so etwas wie gut geschlafen. Elf Stunden – nachdem die erste Nacht danach verdammt kurz war.
Verstanden habe ich noch nicht, dass es vorbei ist. Ich weiß es zwar, aber ich fühle es noch nicht. 359 Tage waren es. Ein Jahr, das nur zum Wegschmeißen lohnt.
Ich habe keine Ahnung, wie es jetzt weitergeht. Die letzten 12 Monate gab es täglich nur dieses eine Thema in meinem Kopf. Angst. Hoffen. Noch mehr Angst. Jetzt ist es aufgelöst, und mein Kopf irgendwie auch. Ich muss erstmal all die Teile zusammensuchen, die im letzten Jahr von mir abgebrochen (worden) sind.
Es ist vorbei.
Meinungsverschiedenheiten

Ich entscheide mich. Für nichts. Oder doch dagegen? Ich entscheide mich, dass ich mich nicht entscheiden kann. Oder will. Ist ja auch egal.
Ich hasse es. Ich hasse mich. In Bezug auf meine Entscheidungsfähigkeit war ich auf einem wirklich guten Weg – fast, als wäre es der Weg zu mir selbst. Dann kam die Katastrophe, und alles ist anders. Wichtige Entscheidungen zu treffen fällt mir immer schwerer, und vorallem im Berufsleben ist das wenig hilfreich, geschweige denn zielführend.
Ich wirke wie ein Fähnchen im Wind, dabei bin ich der Auffassung, dass ich nicht den Weg des geringsten Widerstands wähle, sondern einfach unterschiedliche Meinungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich überzeugend finde – wahrscheinlich bloß ein Trick von meinem Kopf, damit ich nicht herausfinde, dass ich tatsächlich nur ein Fähnchen bin.
Es ist so anstrengend. Ich höre mir die Argumente für A an, und bin zutiefst überzeugt. Mitunter tage- bis wochenlang. Dann höre ich Argumente für Z, und plötzlich kehrt sich meine innere Überzeugung um. Verstehen kann ich sowieso immer beide Seiten, weil ich beide Sichtweisen nachvollziehen kann. Und dann muss ich eine Entscheidung treffen. Und bin überfordert.
Ich hasse es, dass ich so (geworden) bin. Ich will nicht so sein. Ich will mir beide Seiten anhören und dann eindeutig für mich eine Entscheidung treffen können. Und, ganz verrückt, auch noch dazu stehen können, ohne dann wieder rumzueiern.
Gestern war wieder so eine Situation – die Deluxe-Version, sozusagen. Und seither sind SV-Gedanken da, weil ich einfach nicht mehr darüber nachdenken und meinem Kopf beim Meinungs-Hopping zusehen will. Ich will mich in Stücke hacken, der Situation entfliehen, einfach nicht mehr dort auftauchen. Ein Gefühl, welches ebenfalls nicht dazu beiträgt, mich weniger zu hassen.
Unbunt
Heutemorgen.
Ich sollte wohl eigentlich nicht Auto fahren, weil alles nur automatisch läuft und ich mich alle paar Kilometer frage, wie ich diese nun genau hinter mich gebracht habe, weil mein Kopf ganz woanders ist. Aber sind keine Blaulichter im Rückspiegel, also muss es wohl gut funktioniert haben.
Heutemittag.
Der Tag so: *zwoooosh*
Ich so: *Warte auf mich, keine Zeit!*
Informationen prasseln auf mich ein, eine dringende Aufgabe reiht sich an die Nächste, und Besprechungen wollen auch noch abgehalten werden.
Ich muss pinkeln, aber erst nach einer Ewigkeit fällt mir ein, dass ich einfach mal aufs Klo gehen könnte.
Heutenachmittag.
Mein Kopf streikt, zu viele Infos, gearbeitet habe ich jetzt auch lange genug. Feierabend. Fahren geht nebenher, während ich über den Tag nachdenke und mich relativ unbesiegbar fühle. Zwar bin ich in einer wichtigen Angelegenheit nun der entgegengesetzten Meinung von vor 2 Wochen, aber diese fühlt sich richtig an. Die vor 2 Wochen damals auch, aber das lasse ich außen vor. Grün fragt sich, wer sich eigentlich den ganzen Psychokram ausdenkt und wo genau das Problem liegen soll. Ich frage mich, wann genau Grün aufgetaucht ist.
Jetzt.
Häh? Seltsamer Tag. Ein Hoch auf EgoStates. Und so.