58 – Zu viel

So viele Gedanken in meinem Kopf, die ich gerne aufschreiben würde, und dann setze ich mich hin, und alles ist weg. Leergefegt.

Ich fühle mich zerrissen. Ein Hoch auf meine EgoStates, die sich gerade nicht besonders viel austauschen, sondern einfach denken, machen und mich durcheinander bringen.
Und ich kann es nichtmal in Worte fassen. Zig Sätze habe ich geschrieben und anschließend wieder gelöscht, weil ich nicht dort hin komme, wo ich hin will.

Das ganze Wochenende (inklusive meinem ausnahmsweise freien Freitag) habe ich bis gerade mit Ablenkungen verbracht. Schöne Sachen gemacht, aber auch Notwendige. Für den Nachmittag habe ich rumgammeln auf dem Plan gehabt, und weiß gerade nicht, ob es so eine gute Idee ist. Weil ich das Gefühl habe, nicht denken zu können, und doch tausend Sachen in meinem Kopf vorgehen, die ich nicht sortiert bekomme.
Ein seltsamer, aber nicht unbekannter Zustand. Und kein guter, weil er mich runterzieht.

57 – Kontrolle

Wie bastelt man sich eine Essstörung? Eine Anleitung: man nehme (m)ein Leben, stelle es auf den Kopf, entziehe (mir) jegliche Kontrolle über den weiteren Verlauf und warte ab.

Mein Verhältnis zum Essen ist seit meiner Pubertät – wahrscheinlich sogar länger -, sagen wir, nicht unbelastet. Meine Mama kenne ich nur auf Dauer-Diät und mit sich unzufrieden. Kritik an meinem Körper gab es von ihr öfter, wenn auch vielleicht nicht in böser Absicht. Als Kind war ich pummelig, als Prä-Teenie richtig dick. Dann, plötzlich, schränkte ich mein Essen radikal ein und nahm auf Normalgewicht ab. Bis auf wenige Kilo hin oder her halte ich es seitdem, aber in meinem Kopf bin ich immernoch Zwölf und fett.

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56 – Ich leiste, also bin ich

“Eigentlich“ …

  • … bin ich gerade nicht bei 100% meiner Leistungsfähigkeit
  • … hatte ich mir vorgenommen, bei der Arbeit bewusst etwas langsamer zu machen
  • … wollte ich mir kleine Pausen gönnen
  • … wollte ich von meinem Chef und meinen Mitarbeitern mehr Unterstützung einfordern
  • … wollte ich jeden Tag einigermaßen pünktlich Feierabend machen

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53 – Meinungsverschiedenheiten

Da sind sie wieder. Meinungsverschiedenheiten zwischen meinen States, Inkonsistenzen. Am Donnerstag hatte ich wegen der Schlaftabletten eine einigermaßen erholsame Nacht. Auch für die Nacht auf Freitag habe ich eine genommen, aber am Wochenende wollte ich es ohne versuchen. So lag ich in der Nacht auf Samstag dann doch mehr wach, als dass ich geschlafen hätte, und die letzte Nacht waren zwar ein paar Stunden Tiefschlaf drin, aber richtig ausgeschlafen bin ich dennoch nicht. Donnerstag fühlte ich mich stark, seit Freitag geht die Kurve aber nach unten. Grün tritt in den Hintergrund, und irgendwer anders hat das Zepter übernommen.

Heute bin ich nicht stark.

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49 – Nightmare

Ich kann zur Zeit nicht viel hier sein. Mache Katastrophen kann man sich nicht ausdenken.

Mein Leben, oder mehr, unser Leben, nämlich meins und das von Schatz, steht in Flammen. Jemand hat uns den Boden unter den Füßen weggerissen und uns, die wir buchstäblich unter Schock in der Luft hingen, in Brand gesetzt.

Wir sind nacheinander zusammengebrochen. Erst Schatz, während ich so stark war, wie ich es selbst nie für Möglich gehalten hätte. Ich war sein Fels und sein Anker. Er hat gerade erst den Blick von Innen wieder nach Außen richten können. Dann hat es heutefrüh mich erwischt. Heulen, nach über einem Jahr heftig verletzt, weiterheulen, Krankenhaus.

Wir sind beide verbrannt, beide schwer verletzt und traumatisiert. Der Schock, der uns am Montag überfiel, lässt nur langsam nach.

Jetzt gerade sehen wir nicht nur die Sonne, sondern spüren sie auch wieder. Wir klammern uns aneinander, wie zwei Ertrinkende, und kämpfen ums überleben.

Findet eure Wut!

Sagte eine liebe Freundin, und sie hat Recht damit. Finden, rauslassen, das ist jetzt wichtig.