Lost

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Neuer Hausarzt: check.
Matsch im Kopf: check.

Konzentration ist ein Fremdwort zur Zeit. Genauso, wie Perspektive. Ich warte. Auf was, weiß ich nicht – und es macht mich wahnsinnig. Mein Kopf dreht immer die gleichen Schleifen, aber an die wirklich wichtigen Themen traue ich mich nicht heran, ich mag sie nicht einmal aufschreiben.

Genau genommen mag ich garnicht mehr nachdenken. Es nervt mich so, ich fühle mich gefangen in meinem Kopf, der alles zerdenkt und Strukturen sucht, aber nur Matsch findet. Ich weiß nicht, wo ich stehe und was ich von mir will – nur, dass da irgendetwas ist, was ich nicht greifen kann.

Meine Krankenkasse äußert sich nicht dazu, ob eine tiefenpsychologische Therapie möglich wäre. Sie sagen nur, ich müsste einen Therapeuten suchen, probatorische Sitzungen machen, dann einen Antrag samt Bericht einreichen und abwarten. Ich weiß gerade nicht, ob ich das auf mich nehmen mag.

Ich würde so unendlich gerne die Verantwortung abgeben. Ich weiß, es könnte mir viel schlechter gehen. Es ging mir schon viel schlechter. Aber ich fühle mich so haltlos… Als hätte man die Farbe entfernt, und ich bin hier nirgendwo, verloren und abseits der Zeit…

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Weil halt

Eigentlich wollte ich diese Woche meinen Blog nicht so inflationär nutzen, wie ich es gefühlt die letzten Tage getan habe. Pläne. Das Universum lacht.

Der erste Seminar- und damit Hoteltag ist um. Viel später, als ich gehofft – und mir vorgenommen – hatte. Zuviel Essen, zu wenig Alkohol.
Ironisch, dass die Kollegin, die etwa 3-mal so viel wiegt wie ich, am Nachmittag, nachdem ich mit leicht schlechtem Gewissen den Rest meines Mittagsjoghurts auf meinem kurzen Zwischenstopp im Zimmer gegessen habe, sagt, sie habe “jetzt mal einen Keks und damit das erste überhaupt an diesem Tag“ gegessen. Und am Abend, als es nach 21 Uhr endlich Abendessen und Nachtisch gibt (normalerweise liege ich um die Zeit schon im Bett) nur ihre halbe Portion und keinen Nachtisch isst, während ich gefühlt eine Million Kalorien in mich reinschaufele (ich hätte halt doch nur den Salat nehmen und mir doofe Kommentare anhören sollen, statt den verdammt leckeren Bratling auf viel zu öligem Gemüse) und anschließend den ersten Süßkram Nachtisch seit der Ausnahme an Silvester fresse.
Und das Training der letzten Zeit führt dazu, dass auch die Weinschorlen und der Ramazotti weit weniger bewirken, als sie es vor einem Jahr getan hätten.

Am Schlimmsten ist aber, dass ich mich nach diesem Gelage nicht so schlecht fühle, wie ich meine, dass ich es gefälligst sollte. Natürlich habe ich nicht gekotzt, weil ich es nicht kann, aber ich habe es nichtmal versucht.

Klar ist jedenfalls, dass ich morgen nicht zum Frühstück gehe und es bei Kaffee belasse. Und Mittag hoffe ich auf ein (Salat-)Buffet und noch mehr Kaffee.

Btw., mir ist klar, dass meine Kollegin wahrscheinlich (m)ein invertiertes und damit ähnlich ungesundes Körper- wie Essproblem hat. Ist beides scheiße.

Sonntagsgedanken

Heute geht es mir etwas besser. Und ich hasse es, das zu schreiben, weil es in meinem Kopf impliziert, dass ich mich die letzten Tage nur angestellt habe. Reingesteigert. Überreagiert.
Dabei ist dieses etwas ein sehr fragiles Gebilde. Ein Wie fühlst du dich kann ich nicht eindeutig beantworten. Etwas besser, trotzdem nicht gut vielleicht.

Ich habe nach wie vor den Gedanken, mich verletzen zu wollen. Ich esse nur einmal am Tag und habe weiter abgenommen nehme weiter ab. Ich antworte nicht auf Nachrichten und gehe nicht ans Telefon, weil ich bei einem weiteren Halt(et) die Ohren steif entweder in Tränen ausbrechen oder losbrüllen würde.
Ich will nicht stark sein und funktionieren müssen. Ich will leiden dürfen, weil ich es tue. (Keine Ahnung, ob jemand versteht, was ich meine – es ist ein sehr abstrakter, kaum erklärbarer Gedanke in meinem Kopf).

Ich weiß, dass die Kontrolle übers Essen (die mir dank fehlendem Appetit nicht wirklich schwer fällt) andere destruktive Verhaltensweisen – vorrangig SV – nur (unzulänglich, btw) ersetzt. Und, so erbärmlich es klingt, auch ein kleines bisschen darauf abzielt, dass andere sehen, dass etwas nicht stimmt. Etwas, das ich mit SV nie bezwecken wollte.

Gedankensprünge

Irgendetwas in meinem Kopf lacht irre. Gestern hat es den ganzen Tag in der Arbeit damit verbracht, Lieder zu singen. Jetzt macht es beides gleichzeitig.

Ich will schreien und heulen.

Ich bin wütend.

Ich will mich verkriechen.

Ich spüre meinen Körper nicht richtig. Oder mehr als sonst. Ich hasse das.

Ich bin fett weil die Waage einen eingebildeten Millimeter weiter rechts stehen geblieben ist.

Ich bin so nervös, dass mir schwindelig ist.

Ich habe, dafür dass es heute so weit ist, erstaunlich gut geschlafen, was ich seltsam finde.

Meine Hände schwitzen und zittern.

Wah.

Skilling me softly

Nach gestern Abend fühle ich mich eklig. Mir ist – und dabei ist es egal, ob vom Essen oder vom Likör – übel, ich habe Kopfweh. Ich würde nicht so weit gehen, das als Kater zu bezeichnen, aber trotzdem geht es mir nicht so richtig gut.
Aber der Rausch… derzeit würde ich so ziemlich alles nehmen, was irgendwie den Kopf ausschaltet. Alles, damit ich mich ja nicht verletze, weil das ist ja böse. *AchtungIronie*

Skills, um inneren Druck abzubauen, gibt es listenweise. Verstanden habe ich das nie. Dabei kann ich es, siehe Mittwoch. Als die Anderen Schatz und mir noch einmal mit Anlauf in die Rippen getreten haben. Mein Puls lag nach diesem Brief weit jenseits der 120, und unser Weg richtung Bett, den wir eigentlich eingeschlagen hatten, war undenkbar. Also putzte ich die Küche, räumte meinen Kleiderstapel im Schlafzimmer und auch das Wohnzimmer auf. Dinge, die ich unter der Woche sonst nie mache, aber die ich da einfach tun musste.
Aber genau das ist der Punkt. Ich hatte das Bedürfnis, genau das zu tun. Nicht SV, nicht etwas trinken, sondern aufräumen. Danach fühlte ich mich etwas besser, es hat geholfen.

Ich will nicht denken. Ich will nicht fühlen. Ich will, dass der Tag das Wochenende die Tage bis zum Termin das Alles schnell vorbei ist. Und nach einem Triggermoment bei einer OnlineTV-Sendung vorhin will ich mich verletzen. Ja, ein Rausch wäre auch toll, aber ich weiß, eine Verletzung würde – im Sinne der Wirksamkeit – länger vorhalten. Immerhin, das letzte Mal war vor 8 1/2 Monaten.

Ich skille jetzt schaue jetzt TV.

Vertigo

Schwindel wird allgemein definiert als wahrgenommene Scheinbewegung zwischen sich und der Umwelt.

Wie gehts dir? ist eine ernstgemeinte Frage, die Schatz jeden Tag stellt. Letzte Woche antwortete ich mit unverbindlichem Schulterzucken und dachte “so schlecht, wie schon lang nicht mehr“. Diese Woche antworte ich mit einem unverbindlichen Schulterzucken und sage “ich weiß es nicht“.

Weil ich es wirklich nicht weiß. Ich habe keine Ahnung. Nicht gut. Nicht schlecht. Nichtmal ok. Ich atme. Ich funktioniere. Reicht das?