
Neuer Hausarzt: check.
Matsch im Kopf: check.
Konzentration ist ein Fremdwort zur Zeit. Genauso, wie Perspektive. Ich warte. Auf was, weiß ich nicht – und es macht mich wahnsinnig. Mein Kopf dreht immer die gleichen Schleifen, aber an die wirklich wichtigen Themen traue ich mich nicht heran, ich mag sie nicht einmal aufschreiben.
Genau genommen mag ich garnicht mehr nachdenken. Es nervt mich so, ich fühle mich gefangen in meinem Kopf, der alles zerdenkt und Strukturen sucht, aber nur Matsch findet. Ich weiß nicht, wo ich stehe und was ich von mir will – nur, dass da irgendetwas ist, was ich nicht greifen kann.
Meine Krankenkasse äußert sich nicht dazu, ob eine tiefenpsychologische Therapie möglich wäre. Sie sagen nur, ich müsste einen Therapeuten suchen, probatorische Sitzungen machen, dann einen Antrag samt Bericht einreichen und abwarten. Ich weiß gerade nicht, ob ich das auf mich nehmen mag.
Ich würde so unendlich gerne die Verantwortung abgeben. Ich weiß, es könnte mir viel schlechter gehen. Es ging mir schon viel schlechter. Aber ich fühle mich so haltlos… Als hätte man die Farbe entfernt, und ich bin hier nirgendwo, verloren und abseits der Zeit…

