53 – Meinungsverschiedenheiten

Da sind sie wieder. Meinungsverschiedenheiten zwischen meinen States, Inkonsistenzen. Am Donnerstag hatte ich wegen der Schlaftabletten eine einigermaßen erholsame Nacht. Auch für die Nacht auf Freitag habe ich eine genommen, aber am Wochenende wollte ich es ohne versuchen. So lag ich in der Nacht auf Samstag dann doch mehr wach, als dass ich geschlafen hätte, und die letzte Nacht waren zwar ein paar Stunden Tiefschlaf drin, aber richtig ausgeschlafen bin ich dennoch nicht. Donnerstag fühlte ich mich stark, seit Freitag geht die Kurve aber nach unten. Grün tritt in den Hintergrund, und irgendwer anders hat das Zepter übernommen.

Heute bin ich nicht stark.

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44 – Schmerz

Der Grat zwischen “ich kann nicht mehr“ und “ich will nicht mehr“ ist ein sehr, sehr schmaler, und ich balanciere darauf. Aber von oben, auf diesem Grat stehend, kann ich ein “ich könnte, wenn“ sehen, und es lässt mich fast auf der Stelle erstarren, zusammenbrechen. Fast, weil es zu sehr schmerzt, um still zu stehen, liegen zu bleiben.

Im letzten Eintrag schrieb ich – bzw. ein Teil von mir, wahrscheinlich eine Grau angefärbte Schwarz, vielleicht aber auch ein Teil Grün – , dass ich so viel von dem, was meine Thera sagt, schon zu wissen meine. Für Grau/Schwarz oder einen Teil Grün mag das stimmen; aber welcher Teil auch immer jetzt gerade mein Denken bestimmt, für den stimmt es nicht. Für den ist es eher ein “ich will es nicht wissen, weil es weh tut“. Und zwar richtig. Weil ich etwas ändern könnte, und es doch nicht schaffe. Weil es so einfach klingt, so logisch ist, und so unendlich schwer.

Hinschmeißen wäre die einfachere Lösung, aufgeben und sich auf eine der beiden Seiten recht oder links vom Grat fallen lassen. In der Ferne kein “ich könnte, wenn“ mehr sehen, sondern sich – vielleicht, vielleicht nicht – von irgendwem auffangen lassen.

Warum, verdammt, muss es so weh tun? Warum so anstrengend sein? Und warum ist es für andere selbstverständlich, während ich mich mit winzig kleinen Schritten, die mir wie ein kilometerlanger Hürdenlauf erscheinen, quäle?

27

Es war einfach eine Lüge.

„Natürlich will ich gesund werden.“ Gelogen.

„Natürlich will ich mich nicht mehr verletzen.“ Gelogen.

Zumindest empfand Schwarz das so. Aber sie wurde ja nicht gefragt. Nein, die anderen hatten ihr diese Sätze auferlegt, waren sogar einigermaßen überzeugt davon. Dass sie dabei Schwarz‘ Todesurteil unterschrieben, war denen doch vollkommen egal. Weiterlesen „27“

26

Sie war gefangen in einem schmalen Spalt zwischen den Welten. Unsichtbar für die Anderen, die sie als Teil ihrer eigenen Welt sahen, blind für die feinen Unterschiede, die ihr wie eine massive, gläserne Wand erschien.

Schon ewig wanderte sie hier umher, auf grauen Pfaden unter einem grauen Himmel. Auf der einen Seite bunter Trubel, den die Anderen wohl „das Leben“ nannten, auf der anderen die immer dunkler werdende Schwärze, die sie als vertraute, dunkel Höhle kannte. Beides zog sie immer wieder in ihren Bann, aber nirgends fand sie einen Durchschlupf, um das Grau zu verlassen. Immer wieder stand sie fasziniert an einem der Ränder und starrte in diese fremden Welten, diese fremden Leben. Weiterlesen „26“

12

Das System war außer Kontrolle – aus den Fugen geraten, kippte in eine gefährliche Richtung. Schwarz brüllte, schrie und tobte, ohne dass einer der anderen etwas dagegen tun konnte. Gelb hielt sich sowieso aus allem raus und saß mit baumelnden Füßen und einem Jojo am Rande der Szenerie. Grün hatte aufgegeben und stand nur stumm und ein wenig ratlos in der Ecke, weil Schwarz auf niemanden hören wollte. Weiterlesen „12“