43 – Days too long, Nights too short

Verwirrung ist eins der häufigsten Gefühle momentan. Vielleicht beschreibt es das auch gar nicht richtig, aber das Wort geht mir zur Zeit ständig durch den Kopf.

Ich weiß nicht, was ich will, wohin ich will. Vor einigen Tagen dachte ich, es wäre toll, eine Liste mit Dingen zu erstellen, die ich gerne in meinem Leben machen möchte (oder schon gemacht habe), so wie ich es in anderen Blogs gesehen habe. Und dann wurde mir bewusst, dass mir spontan nur sehr (!) wenig einfällt, was auf diese Liste kommen könnte, zumindest an zukünftigen schönen Dingen oder Wünschen.

Aber warum ist das so? Warum spüre ich mein Leben nicht, warum ist da so oft nur Leere, wo (Vor-)Freude sein sollte, warum kreise ich ständig mit negativen Gedanken um mich selbst? Weiterlesen

41 – Wanted: Feelings

Bald gehts in Urlaub – und ich frage mich, wo  meine Gefühle sind. Wenn mich jemand fragt, dann sage ich, dass ich auf den Urlaub freue. Natürlich.
Aber wenn ich genauer zu ergründen versuche, was ich gerade fühle, ist da nicht viel. Doof das.
IMG_20180417_143135_xsWenn überhaupt, dann sind da eher die Negativen: Sorge, dass das Wetter nicht gut sein könnte oder Bedauern, weil ich wahr-scheinlich unsere letztes Jahr neu ausgepflanzten Tulpen beim Blühen verpasse.
(Vor-)Freude findet sich da nirgends, auch wenn ich tiefer wühle.

Und wenn ich genau darüber nachdenke, sind die positiven Gefühle schon seit (zu) langer Zeit verschwunden – so dass ich mich frage, ob ich sie vielleicht nur nicht erkenne, oder zu viel erwarte. Doch dann kommt ein Abend wie gestern, ich mache meinen wiederentdeckten Sport, bin durchflutet von Endorphinen und fühle „es“ – in einer Intensität, die mich fast durchdrehen lässt. Und die so schnell wieder verschwinden, dass es mir anschließend wie ein Traum erscheint.
Für mich der Beweis, dass ich nicht zu viel erwarte oder sie einfach nicht erkenne, sondern dass sie in meinem restlichen Leben abhanden gekommen sind und irgendwo vor sich hin verstauben.
Und ich weiß nicht, was ich mit dieser Erkenntnis anfangen soll…

38 – Zwischenspiel

Ich bin so müde. Unendlich erschöpft. Dabei fühle ich mich nicht tief depressiv, sondern einfach… – ja, wie eigentlich? Ich weiß es nicht, weil die Erschöpfung gerade alles überdeckt. Die letzten 5 Wochen waren hart (nicht umsonst hatte ich Abwege und Marathon im Kopf), seit gestern habe ich Urlaub. Wir fliegen bald weg, ich sollte mich freuen, tue es aber nicht, sondern mag eigentlich nur schlafen.

Ich dachte, heute wäre es besser.
Seit ich Donnerstag in der Arbeit das Gefühl hatte, tatsächlich mit allem „fertig“ (im Sinne einer Übergabe an die Vertretung) zu sein, streikt mein Körper, und mein Kopf gleich mit. Selbst für meine Verhältnisse gehe ich mega-früh schlafen und mein Antrieb reicht gerade bis zum Sofa und wieder zurück.
Gestern wollte mein Mann gerne aufn Berg, aber mein Kopf verpasste mir Atemnot, und so einigten wir uns auf einen gemütlichen Spaziergang zum See, den wir dann doch ausfallen ließen und nur im Garten waren.
Heutefrüh fühlte ich mich weniger erschöpft, aber das ist eine gefühlte Ewigkeit her. Meinem Mann zuliebe waren wir heute spazieren (es ist nicht so, dass es mir nicht auch gut getan hätte – O-Ton meiner Thera: „Spaß machen muss es erstmal nicht“), anschließend habe ich sogar noch meine sonntägliche Sport-Einheit drangehängt. Und jetzt könnte ich dann schlafen gehen. Ja, die Marathon-Metapher trifft es gut.

Diese krasse körperliche Erschöpfung macht mich echt fertig. Ich fühle mich faul, und mein nicht vorhandener Antrieb für irgendwas macht es nicht besser.

Ich hoffe nur, dass es mir auf der Insel besser geht, damit wir all das machen können, was wir uns vorgenommen haben. Und ich mich nicht wie der Bremsklotz am Bein von Schatz fühle…

 

…das war jetzt doch eine Art Tagebuch-Eintrag. Mal gucken, ob ich es schaffe, dass es mich nicht stört, wenn es (zumindest so)  nicht in meinem „richtigen“ Tagebuch steht. Ein kleiner Test, also – aber eher nebenbei.

34 – 1 1/2 Stunden Leben

Sie fand es erstaunlich. Und irgendwie erschreckend.

Vor einiger Zeit hatte sie wieder angefangen, Sport – ihren Sport, ihre einstige und wieder neu entdeckte Leidenschaft – zu machen. Einmal die Woche, für eineinhalb Stunden, manchmal auch zwei.
Früher hatte sie sich nicht vorstellen können, jemals damit aufzuhören. Doch irgendwann fehlte nicht nur die Zeit, sondern auch die Energie, und so nahm ihr die Depression auch diesen Teil ihres Lebens. Jahre hatte sie ohne ihn verbracht, und nur ihre Träume hatten sie daran erinnert, wie gerne sie gespielt hatte.
Es war eine Überwindung gewesen, wieder anzufangen. Überhaupt, etwas anzufangen, allein und mit der Angst, auf Ablehnung zu stoßen, Weiterlesen „34 – 1 1/2 Stunden Leben“

31

Ein Raum. Ein geschlossenes System. Groß, aber begrenzt. Darin sah sie ihre Gedanken, ihren Geist schweben. Jeder ihrer Gedanken nahm etwas von dem Platz weg, der zwischen den zahllosen Schränken blieb, in dem sämtliche ihrer Erinnerungen eingelagert waren. Manche Schränke waren verstaubt, weil sie die Schubladen schon lang nicht mehr geöffnet hatte. Weiterlesen „31“

30

Lass mich (nicht) allein. Geh (nicht), geh (nicht) weg und lass mich bloß (nicht) in Ruhe. Ich will meine Rasierklinge (nicht), ich will mich (nicht) tief und oft schneiden.

Ich will (nicht) skillen, ich will (nicht) schneiden, ich stehe mir in meinem Kopf gegenüber und brülle mich an, es (nicht) zu tun. Ich will (nicht) schwach sein, ich will (nicht) zusammenbrechen, ich will (nicht) mein Blut sehen.

27.01.2018