Nein

Der Gedanke ist armselig.
Einen Suizidversuch antäuschen, damit Schwarz die Aufmerksamkeit und Hilfe bekommt, nach der sie mit rudernden Armen bettelt und fleht, und dafür eine Zeit lang Verantwortung abgeben. Super Idee. Nicht.

Es reicht nichtmal zum Schreiben gerade. Ich mag nicht mehr. Aber ich muss doch meine Arbeit machen. Ich darf nicht krank sein.
Mein Körper tut. Ich liege eingerollt in meinem Kopf und betrachte die Leere in mir drin. Endlos.

Unzeit

Zeit ist bedeutungslos.
Am – zu frühen, zu unausgeschlafenen – Beginn des Tages hoffen, dass er schnell vorüber geht. Ihn füllen mit Nichts, ablenkendem, zeitschindendem, bedeutungslosem Nichts. Gegen Ende froh sein, dass er vergangen ist, aber die Zeit suchen. Eine Bedeutung suchen.
Nichts.

Sun-Day

Bist du heile? fragt Schatz und meint damit, ob ich mich selbst verletzt habe. Ja antworte ich. Während ich barfuß durch die Scherben in meinem Kopf gehe, frage ich mich, warum meine körperliche Unversehrtheit so viel bedeutet.

°

Kaffee. In der Sonne. Im Garten. Vogelgezwitscher. Wärme, die nur meinen Körper erreicht, aber die Scherben nicht. Ich möchte weinen deswegen, und versinke in mir selbst.

( )

Ich bin eine leere Hülle. In meinem Innern hallen Echos von Gedanken wieder, prallen ab von dem, was mich vom Außen trennt.
Da ist nichts, in mir drin. Dinge, die passieren, an denen ich vielleicht sogar die Schuld trage, berühren mich nicht, weil sie im Nichts versickern.
Was immer vom Außen auf mich projeziert wird – ich bin es. Die Vorgesetzte. Die Kollegin. Die Ehefrau. Die Tochter.

Die Fremde.

Gedankensprünge

Irgendetwas in meinem Kopf lacht irre. Gestern hat es den ganzen Tag in der Arbeit damit verbracht, Lieder zu singen. Jetzt macht es beides gleichzeitig.

Ich will schreien und heulen.

Ich bin wütend.

Ich will mich verkriechen.

Ich spüre meinen Körper nicht richtig. Oder mehr als sonst. Ich hasse das.

Ich bin fett weil die Waage einen eingebildeten Millimeter weiter rechts stehen geblieben ist.

Ich bin so nervös, dass mir schwindelig ist.

Ich habe, dafür dass es heute so weit ist, erstaunlich gut geschlafen, was ich seltsam finde.

Meine Hände schwitzen und zittern.

Wah.