84 – Ins Licht

Ich habe so Tage, da möchte ich es herausschreien: seht her, ich habe Depressionen, ich verletz(t)e mich selbst!
Die ganze Woche schon sind so Tage. Obwohl, oder gerade weil es mir gerade besser geht.

Selbstbild

Gestern habe ich Schatz gebeten, ein Foto von mir zu machen. Ich finde, es ist gut geworden – meine Bearbeitung macht es sogar sehr gut. Eine Dokumentation meiner Narben am linken Arm, mein unscharfer Oberkörper im weißen Top, kein Gesicht. Ich finde es großartig. Und ich weiß nicht, ob ich es überhaupt jemandem zeigen soll.
Ich fotografiere sehr gerne, habe eine eigene Homepage, und liebe es, tolle Fotos anzusehen. Dieses nun nicht einfach so teilen zu können, ist … seltsam frustrierend.

Dabei würde ich es gerne nehmen und meiner ganzen Familie und auch einigen Freunden zeigen – und es manchen gerne um die Ohren hauen. Diesen Teil meines Selbst präsentieren, von dem kaum einer weiß. Raus aus der Heimlichkeit. Raus aus dem Schweigen.

53 – Meinungsverschiedenheiten

Da sind sie wieder. Meinungsverschiedenheiten zwischen meinen States, Inkonsistenzen. Am Donnerstag hatte ich wegen der Schlaftabletten eine einigermaßen erholsame Nacht. Auch für die Nacht auf Freitag habe ich eine genommen, aber am Wochenende wollte ich es ohne versuchen. So lag ich in der Nacht auf Samstag dann doch mehr wach, als dass ich geschlafen hätte, und die letzte Nacht waren zwar ein paar Stunden Tiefschlaf drin, aber richtig ausgeschlafen bin ich dennoch nicht. Donnerstag fühlte ich mich stark, seit Freitag geht die Kurve aber nach unten. Grün tritt in den Hintergrund, und irgendwer anders hat das Zepter übernommen.

Heute bin ich nicht stark.

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18

Chaos. Grenzenloses, nicht beherrschbares Chaos. Mein Kopf ist voll mit Gedankenfetzen. Sie sind so schnell, so unfassbar viele, dass sie sich gegenseitig zerreißen. Meine Konzentration will jedem einzelnen davon folgen und verliert sich. Meine Augen flackern, mein Kopf versucht vergeblich, die Fetzen zu halten, zu ordnen. Mein Herz jagt ihnen hinterher, aber holt sie nicht ein. Jeden seiner Schritte brüllt es mir ins Ohr, um den Lärm zu übertönen, der von anderswo kommt. Grelles, monotones Pfeifen, mein stampfender Puls, alle Geräusche kämpfen um Gehör, werden lauter und drohender. Keine Rücksicht, jeder Laut, jeder Gedanken will beachtet werden und kämpft mit Krallen und Zähnen um die Vorherrschaft.

Chaos. Allumfassend. Auflösend.

14.09.2015

7

Sie wusste nicht, ob sie flog oder fiel. In einem unendlichen, winzigen Raum, durch strahlend helle Dunkelheit, wo die Stille brüllend laut war. Sie ertrank im Licht und füllte ihre Lungen mit Schwärze, in ihren Ohren rauschte die Zeit. Ihre rasenden Gedanken wanden sich in quälender Langsamkeit durch ihren Kopf. Oben ist unten ist oben. Helldunkel.

27.03.2015

6

Es war so unendlich laut, konnte das nicht endlich aufhören? Wimmernd sank sie in sich zusammen und hielt sich die Ohren zu, doch das Kreischen wollte einfach nicht leiser werden. Schwarz, alles schwarz um sie herum, doch die Schreie erzeugten grelle Lichtblitze hinter ihren Augen, die sie noch mehr verwirrten.

18.03.2015