61 – Handlungs(un)fähig?

Ich. Will. Mitleid.

Ein gewisser Teil von mir (Schwarz?) zumindest. Ich würde das nie offen zugeben, niemandem gegenüber. Aber dieser Teil von mir sehnt sich regelrecht danach, nicht nur Mitgefühl, sondern Mitleid zu erregen. Als krank, schwach, vom Schicksal gef*ckt und hilflos angesehen und in den Arm genommen zu werden – gerettet zu werden.
Nichts könnte sich armseliger anhören. Nichts klingt schöner, für diesen Anteil.

Ich versuche seit Tagen, dieses Gefühl, diese Gedanken zu analysieren. Die einzig annehmbare Erklärung scheint zu sein, dass Schwarz es sich um so mehr wünscht, je weniger ich selbst Mitleid mit mir habe, oder auch Mitgefühl.

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58 – Zu viel

So viele Gedanken in meinem Kopf, die ich gerne aufschreiben würde, und dann setze ich mich hin, und alles ist weg. Leergefegt.

Ich fühle mich zerrissen. Ein Hoch auf meine EgoStates, die sich gerade nicht besonders viel austauschen, sondern einfach denken, machen und mich durcheinander bringen.
Und ich kann es nichtmal in Worte fassen. Zig Sätze habe ich geschrieben und anschließend wieder gelöscht, weil ich nicht dort hin komme, wo ich hin will.

Das ganze Wochenende (inklusive meinem ausnahmsweise freien Freitag) habe ich bis gerade mit Ablenkungen verbracht. Schöne Sachen gemacht, aber auch Notwendige. Für den Nachmittag habe ich rumgammeln auf dem Plan gehabt, und weiß gerade nicht, ob es so eine gute Idee ist. Weil ich das Gefühl habe, nicht denken zu können, und doch tausend Sachen in meinem Kopf vorgehen, die ich nicht sortiert bekomme.
Ein seltsamer, aber nicht unbekannter Zustand. Und kein guter, weil er mich runterzieht.

49 – Nightmare

Ich kann zur Zeit nicht viel hier sein. Mache Katastrophen kann man sich nicht ausdenken.

Mein Leben, oder mehr, unser Leben, nämlich meins und das von Schatz, steht in Flammen. Jemand hat uns den Boden unter den Füßen weggerissen und uns, die wir buchstäblich unter Schock in der Luft hingen, in Brand gesetzt.

Wir sind nacheinander zusammengebrochen. Erst Schatz, während ich so stark war, wie ich es selbst nie für Möglich gehalten hätte. Ich war sein Fels und sein Anker. Er hat gerade erst den Blick von Innen wieder nach Außen richten können. Dann hat es heutefrüh mich erwischt. Heulen, nach über einem Jahr heftig verletzt, weiterheulen, Krankenhaus.

Wir sind beide verbrannt, beide schwer verletzt und traumatisiert. Der Schock, der uns am Montag überfiel, lässt nur langsam nach.

Jetzt gerade sehen wir nicht nur die Sonne, sondern spüren sie auch wieder. Wir klammern uns aneinander, wie zwei Ertrinkende, und kämpfen ums überleben.

Findet eure Wut!

Sagte eine liebe Freundin, und sie hat Recht damit. Finden, rauslassen, das ist jetzt wichtig.

46

Ein Flackern. Sie fand kein besseres Wort dafür, auch wenn es nur unzureichend beschrieb, was sie empfand.
Mal hell, mal dunkel, mal schnell, mal langsam. Und in einer Intensität, die sie schier verrückt machte.
Hell. Warm. Sie sah ihre Umgebung, das Grün, das Blau, einfach alles. Sie wurde fast geblendet, war aber auch euphorisiert und konnte gar nicht anders, als ihren Blick auf all das Schöne um sie herum zu richten. Intensiv, war die beste Beschreibung, die ihr dazu einfiel.
Dunkel. Kalt. Schwärze um sie herum, nur die entfernten Feuer erhellten den Horizont und zogen ihren Blick auf sich. Ihr Blick richtete sich automatisch nach Innen, auch wenn sie dort nur die eigene Dunkelheit mit fernen und nahen Feuern sah. Intensiv, wie die Helligkeit, aber durch die erzwungene Isolation noch so viel bedrohlicher.
Hell. Dunkel.
Ein ewiges und nervenzerreissendes Wechselspiel, dem sie sich hilflos ausgeliefert fühlte. Unberechenbar schien es nach seinen eigenen Regeln zu spielen – sie war nur Zuschauerin.
Und so sehr sie die Helligkeit genoss – genießen wollte – , so sehr ängstigte sie die Dunkelheit und die Erwartung derselben, so lange es hell war.
Ein Flackern. Und sie wollte, dass es endet.

42 – Ein Hoch auf die Ambivalenz

Ambivalenz könnte mein zweiter Vorname sein. Mein Inneres schwankt ständig.
Heute  – jetzt – geht es mir aber recht gut, denke ich. Wir sind seit einigen Tagen wieder aus dem Urlaub zurück, nur so richtig abschalten konnte ich bis heute nicht.

IMG_20180428_105223_xs Immerhin, die Tulpen haben wir nicht ganz verpasst, einige blühen immer noch. Es ist schön, wieder zuhause zu sein.

Auch der Urlaub war schön. Aber anstrengend, weil meine Gefühlswelt keineswegs der Meinung war, ich dürfte mich nur wegen eines Insel-Aufenthaltes unbeschwert fühlen. Weiterlesen

30

Lass mich (nicht) allein. Geh (nicht), geh (nicht) weg und lass mich bloß (nicht) in Ruhe. Ich will meine Rasierklinge (nicht), ich will mich (nicht) tief und oft schneiden.

Ich will (nicht) skillen, ich will (nicht) schneiden, ich stehe mir in meinem Kopf gegenüber und brülle mich an, es (nicht) zu tun. Ich will (nicht) schwach sein, ich will (nicht) zusammenbrechen, ich will (nicht) mein Blut sehen.

27.01.2018