Zeit ist bedeutungslos.
Am – zu frühen, zu unausgeschlafenen – Beginn des Tages hoffen, dass er schnell vorüber geht. Ihn füllen mit Nichts, ablenkendem, zeitschindendem, bedeutungslosem Nichts. Gegen Ende froh sein, dass er vergangen ist, aber die Zeit suchen. Eine Bedeutung suchen.
Nichts.
Schlagwort: Auflösen
Etikett
An der Frage, ob es tatsächlich heller wird oder ich mich nur an die Dunkelheit gewöhne, beiße ich mir dieser Tage die Zähne aus.
Schatz fragt heute, ob es mir besser geht. Ich zucke zurück wie eine Schnecke, zurück in mein Häuschen, und frage mich, woran er das fest macht.
Ich wüsste so gerne, in welche Kategorie mein Zustand fällt. Denn ich bin einfach nur ratlos, wenn ich in mich hinein schaue…
Sun-Day
Bist du heile? fragt Schatz und meint damit, ob ich mich selbst verletzt habe. Ja antworte ich. Während ich barfuß durch die Scherben in meinem Kopf gehe, frage ich mich, warum meine körperliche Unversehrtheit so viel bedeutet.
°
Kaffee. In der Sonne. Im Garten. Vogelgezwitscher. Wärme, die nur meinen Körper erreicht, aber die Scherben nicht. Ich möchte weinen deswegen, und versinke in mir selbst.
( )
Ich bin eine leere Hülle. In meinem Innern hallen Echos von Gedanken wieder, prallen ab von dem, was mich vom Außen trennt.
Da ist nichts, in mir drin. Dinge, die passieren, an denen ich vielleicht sogar die Schuld trage, berühren mich nicht, weil sie im Nichts versickern.
Was immer vom Außen auf mich projeziert wird – ich bin es. Die Vorgesetzte. Die Kollegin. Die Ehefrau. Die Tochter.
Die Fremde.
Taumeln

Orientierungslos. Das ist es, was ich bin. Mein Ich löst sich in der chaotisch lauten Stille meines Kopfes auf, verschwindet mehr und mehr. Alles verwischt, mein Ich, meine Gedanken, meine (Nicht-)Gefühle. Wird zu durchsichtigem Nebel, der undurchdringlich scheint. Schreit nach Erlösung, Hilfe, Kontur, was auch immer. Brüllend laut, leise wispernd.
Rede, fordere ich mich in meinen endlosen inneren Gesprächen auf, die nie nach außen dringen. Sag was!, schreie ich, in der Hoffnung, Schatz zumindest einen Hinweis geben zu können, wie verloren ich mich fühle. Ich kämpfe mit mir, führe endlose Diskussionen in meinem Kopf, dessen Verbindung nach außen mehr und mehr zu verblassen scheint.
Es fängt zu nieseln an, sage ich.
Vertigo
Schwindel wird allgemein definiert als wahrgenommene Scheinbewegung zwischen sich und der Umwelt.
Wie gehts dir? ist eine ernstgemeinte Frage, die Schatz jeden Tag stellt. Letzte Woche antwortete ich mit unverbindlichem Schulterzucken und dachte “so schlecht, wie schon lang nicht mehr“. Diese Woche antworte ich mit einem unverbindlichen Schulterzucken und sage “ich weiß es nicht“.
Weil ich es wirklich nicht weiß. Ich habe keine Ahnung. Nicht gut. Nicht schlecht. Nichtmal ok. Ich atme. Ich funktioniere. Reicht das?