Etwas sitzt schwer und unsichtbar auf meinem Brustkorb und schnürt mir den Hals zu. Etwas, das nicht sagt, was es ist oder woher es kommt. Oder wie ich es wieder loswerde. Wahrscheinlich ist es das selbe Etwas, dass mir seit Tagen Kopfschmerzen und latenten Schwindel beschert hat. Funktionieren funktioniert nicht, wenn ich keine Luft bekomme.
Monat: Juli 2019
Musik
Nimm mich mit, ich will mich in dir auflösen und nie mehr damit aufhören. Lass die Blase um mich herum niemals platzen, durchdring mich, lass mich fliegen und fallen und schweben. Sei um mich herum, in mir drin, überall. Nimm meine Gedanken und überlagere sie, radier sie aus, sei meine Gedanken. Sei alles.
Zerstreut
Dinge, die dringend gedacht werden wollen, geistern durch meinen Kopf. Aber ich denke sie nicht. Ich ignoriere sie, weil ich keine Zeit habe, so dass sie zerfallen und die einzelnen Buchstaben lose umherliegen und keinen Sinn ergeben, wenn ich hinsehe. Der Berg an Buchstabendurcheinander wird immer höher, und ab und zu lösen sich kleine Lawinen und rollen über mich hinweg.
Und wenn ich dann denke, da war doch was, was gedacht werden wollte – jetzt hätte ich Zeit, ist da nur Buchstabensalat, der sich am Boden festgetreten hat. Und meine Konzentration sagt zu mir, dass sie jetzt aber sowas von keine Lust hat, das alles zu sortieren und zu etwas sinnvollem zum Denken zusammenzubasteln. Also lässt sie es, während ich Salat denke und wieder einmal hoffe, dass der Tag bald ein Ende hat.
Verschwiegen
Wenn ich es genau betrachte, liegt hier eine ganze Menge Zeug rum, was dringend aufgeräumt werden müsste. Altes, nicht so altes und neues Zeug stapelt vor sich hin und setzt Staub und Spinnweben an, während es im Weg rumsteht.
Aber ich betrachte es nicht genau. Ich stehe auf einer Stelle, kneife die Augen zusammen, bewege mich nicht und ignoriere das, was da um mich herum und vor sich hin liegt und staubt. Wenigstens kann ich so nicht umfallen.
Vielleicht.