Intensität

Es ist 5 Uhr, seit einer Stunde liege ich wach, ohne den genauen Grund zu kennen. Immerhin konnte ich überhaupt etwas schlafen, denn die erste Nacht hier in der Klinik war sehr kurz.

Heute zum ersten Mal Wiegen. Rosa findet das scheiße, weil wir jetzt schon 1 1/2 Tage Richtmenge essen mussten, Körper weiterhin munter Wasser bunkert und ich seit Montag nicht auf der Toilette war.
Eigentlich will ich es garnicht wissen. Die meisten anderen sind dünner kränker berechtigter, hier zu sein als ich. Aber Rosa sagt, vielleicht sind wir dann um so schneller wieder draußen und können da weitermachen, wo wir aufgehört haben.

Butter, Vollfettfrischkäse und Nudeln schmecken schon geil, Frühstück um 7 mit Semmal ist aber irgendwie pervers. 3 Mal am Tag essen ebenfalls. Magenknurrenhunger habe ich zwischendurch auch, was Rosa aber als persönliches Versagen ansieht. Wenigstens habe ich diese Woche noch nicht so viele Termine, so dass ich gestern spazieren gehen konnte und auch für heute vormittag schon eine – noch größere – Runde geplant habe. Kann ja schließlich nicht nur rumsitzen hier -.-

Ich bin unruhig, und auch wenn ich brav meine Richtmenge esse und sie so gut wie möglich in die Kalorienapp hacke, nur um mich dann bei der Tagesbilanz zu gruseln, drücke ich die Zahl am Ende des Tages auf den geringstmöglichen Wert, der unter diesen Umständen möglich ist.

Nicht der Beitrag, der mir sprachlich gefällt, aber wohl das, was um halb 6 in der Früh halt möglich ist.

5 Kommentare zu „Intensität“

  1. Frühstück um 7 Uhr morgens finde ich auch pervers, jedenfalls wenn man vom eigenen Biorhythmus her eine Eule und keine Lerche ist. ^^
    Na ja, an dem Ort, an dem du derzeit bist, wird darauf bei einer Essstörung sicher keine Rücksicht genommen bzw. ist eine Klinik ein Massenbetrieb mit durchgetaktetem Rhythmus. Finde ich persönlich ein Grund gegen Klinik, gerade bei einer Essstörung, aber auch trotz dieser leidigen Frühstückssache mag so ein Klinikaufenthalt für den ein oder anderen hilfreich sein.
    Dir alles Gute!

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    1. Es ist ja absichtlich so, damit wir unseren Rhythmus wiederfinden und wieder regelmäßig Essen lernen. Und Corona-bedingt sind die Zeiten leicht angepasst worden – ich bin jedenfalls froh, hier zu sein. Auch wenn es – gerade am Wochenende – echt nervt. -.-
      Man gewöhnt sich aber dran, auch wenn ich nicht glaube, es genau in der Form daheim weiterführen zu wollen. Aber bis es soweit ist, ist es sicher eh noch eine ganze Weile hin…

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