So oder so

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Gestern.
Ich wache auf, erinnere mich an anstrengende Träume. Mir fällt ein, dass Silvester ist, denke an meinen Plan, spätestens Mitternacht betrunken zu sein und verspüre den Wunsch, mich zu verletzen.
Ich stehe auf und denke, dass das nicht mein Tag wird. Weine fast, grundlos.
Es stresst mich, dass es am Abend beim Raclette so viel zu Essen geben wird, nehme mir aber vor, sehr kontrolliert fast nur Gemüse zu essen. Wir müssen noch viel vorbereiten, und so stürze ich mich dort hinein und stelle im Laufe des Tages fest, dass der Tag garnicht mehr so schlecht ist. Die Ablenkung tut gut – trotzdem muss ich vorm Fahren einem Impuls folgend meine Rasierklinge zurück in meine Handtasche schmuggeln.
Am Abend fahren wir unsere Wagenladung Zutaten zu Freunden und haben am Ende absurd viel Essen auf dem Tisch der Gartenhütte stehen. Ich esse Gemüse und nur wenig andere Sachen, bis ich angenehm satt bin – und esse weiter, bis ich am Ende Magenschmerzen bekomme. Ich gehe zur Toilette mit dem festen Vorsatz, zu erbrechen, lasse es dann aber doch sein, weil ein Teil von mir es für eine sehr blöde Idee hält.
Eine halbe Stunde später knie ich vor dem Klo und stecke mir den Finger in den Hals – nur, um wieder einmal festzustellen, dass ich nicht kotzen kann. Alles bleibt, wo es ist und ich fühle mich grauenvoll.
Ich hoffe, dass es mir mit meinem selbstgemachten Schnaps mit wirklich viel Alkohol zumindest egaler wird. Vermutlich liegt es an meinem übervollen Magen, dass ich genau nichts vom Alk merke und mich nicht einmal beschwippst fühle.
Als wir um halb 3 ins Bett gehen, fühle ich mich immer noch wie ein Walross.

Heute.
Es ist 8 Uhr, als ich von allein aufwache und mir blutende Arme wünsche. Mein Bauch fühlt sich noch genauso voll an wie in der Nacht und mir ist schlecht.
Ich stehe auf und denke, dass das nicht mein Jahr Tag wird.
Die Morgensonne scheint durch eine Wolkenlücke über den Bergen, Schatz und ich gehen schnell raus und machen ein paar Fotos, bevor die Lichtstimmung sich in Grau verwandelt, weil sich die Lücke schließt. Die Luft ist angenehm.
Vielleicht wird das Jahr der Tag doch okay?


Gestern.
Trotz komischer Träume habe ich ganz ok geschlafen. Wir haben heute noch viel vor, Vorbereitungen für das Essen heuteabend. Kurz nach meinem Frühstückskaffee fange ich an und merke, wie gut mir die Ablenkung tut. Es wird ein angenehmer, irgendwie kurzweiliger Tag und als wir am Abend zu Freunden fahren, habe ich fast so etwas wie gute Laune.
Wir sitzen in gemütlicher Runde zusammen und essen – es schmeckt fantastisch. Ich esse mehr als sonst, aber ich weiß auch, dass es okay ist, weil es ein besonderer Abend ist und ich auch mit einemgefühlten zu viel wahrscheinlich nicht auf meinen eigentlichen Kalorienbedarf komme. Dass ich Magenschmerzen bekomme, finde ich allerdings wirklich ätzend – aber mindestens genauso, dass ich mich hinterher dazu hinreißen lasse, zumindest zu versuchen, es wieder auszukotzen.
Wir verbringen einen lustigen Abend und als wir ins Bett gehen, denke ich, dass es mindestens ein okayer Tag war.

Heute.
Es ist 8 Uhr, als ich von allein aufwache und ganz froh darüber bin, weil ich dann heuteabend wahrscheinlich gut einschlafen kann. Ich stehe auf und bin erstaunt, dass die Sonne durch die Wolken leuchtet – könnte ein guter Tag werden!

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