Leben als Selbstzweck?

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Ich habe Urlaub und fühle mich sinnbefreit. Ich habe keinerlei Pläne für diese eine Woche und finde mich daher tagtäglich auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung wieder, um nicht in meinen Gedanken zu ertrinken. Dabei war Gammeln alles, was ich an meinen freien Tagen tun wollte, aber es ist anstrengend, dabei nicht unterzugehen.
Mir wird mehr und mehr klar, dass es mir vor der Katastrophe langsam besser ging. Ich konnte mich beschäftigen, konnte entspannen, hatte Pläne, eine Perspektive. Ich glaube, wäre sie nicht passiert, hätte ich diesen Sommer einen Weg aus der letzten depressiven Episode gefunden.
Aber es kam anders, und alle Pläne wurden von den Anderen an die Wand gestellt und erschossen. Ohne Zigarette, ohne Augenbinde, ohne Vorwahrnung.

Seither ist jeglicher Sinn aus meinem Leben verschwunden. Ich stehe auf, bestreite meinen Alltag, ich gehe schlafen. Alles nur, damit der Tag irgendwie vorüber geht und mich einen Tag weiter weg von der Katastrophe und einen Tag näher an den wie.auch.immer-gearteten Abschluss des Ganzen bringt.
Ich überlebe. Mehr nicht.

Ich ertappe mich dabei, wie ich alle Ideen, alle Pläne, die aufkommen, nehme und in eine Kiste werfe, bei der sich erst noch herausstellen wird, ob ich sie je wieder öffne, oder sie Mitte Dezember gleich anzünde. Und ich frage mich, wie ich bis dahin weitermache, wenn Leben nur Selbstzweck und Hoffnung eine quälende Flamme ist, die ich aus Angst immer wieder zu löschen versuche, weil ich sie nicht von den Anderen ermordet sehen will.

1 Kommentar zu „Leben als Selbstzweck?“

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