17

Ich ersticke an mir. An den Gedanken, die in meinem Kopf kleben und meinen Hals hinab laufen. Die mich abschirmen von der Welt und nur hindurch sickern lassen, was Angst macht. Semi-Permeabel. Angst kommt rein, aber nichts, was Angst macht, darf raus. Und es wird immer mehr, in mir drin. Es schnürt mir die Luft ab, die Luft zum Atmen, die Luft zum Denken.

14.09.2015

7

Sie wusste nicht, ob sie flog oder fiel. In einem unendlichen, winzigen Raum, durch strahlend helle Dunkelheit, wo die Stille brüllend laut war. Sie ertrank im Licht und füllte ihre Lungen mit Schwärze, in ihren Ohren rauschte die Zeit. Ihre rasenden Gedanken wanden sich in quälender Langsamkeit durch ihren Kopf. Oben ist unten ist oben. Helldunkel.

27.03.2015

6

Es war so unendlich laut, konnte das nicht endlich aufhören? Wimmernd sank sie in sich zusammen und hielt sich die Ohren zu, doch das Kreischen wollte einfach nicht leiser werden. Schwarz, alles schwarz um sie herum, doch die Schreie erzeugten grelle Lichtblitze hinter ihren Augen, die sie noch mehr verwirrten.

18.03.2015

5

Eine schneeweiße Fassade. Doch hier drinnen roch die Luft immer modrig und abgestanden. Sie war auf der Suche. Auf der Suche nach ihrem Namen. Jeder hatte doch einen Namen, oder etwa nicht? In einem Hauch aus Erinnerung war ihr, als hätte auch sie einen Namen gehabt. Für den sie sich herumdrehte, wenn man ihn aussprach, sei es voller Liebe oder auch voller Verachtung, sie hatte ihn stets mit Stolz getragen. Aber sie konnte ihn einfach nicht finden, er blieb verschollen. Die Zeit hatte ihn verschlungen.

16./17.03.2015