
Ich stolpere über ein gar nicht so kleines Puzzlestück, welches mir zum fortwährend eher diffusen Bild, warum ich insbesondere in familiär assoziierter Kommunikation Schwierigkeiten, habe, bisher fehlte. Nämlich die ebenso offensichtliche wie aussagekräftige Tatsache, dass Kommunikation im gesamten verwandtschaftlichen Kontext neben Alltagserzählungen nicht bedeutet, eigene Handlungen und Gefühle zu ebenjenen zu reflektieren – oder gar bei Gesprächs- und Handlungsbeteiligten zu eruieren – , sondern sich ausgesprochen weitschweifig über nicht anwesende Personen, die meist nicht einmal den Beziehungsstatus einer Bekanntschaft innehaben, zu unterhalten. Im Wortsinn.
Denn schließlich berechtigt die bloße Existenz mancher Menschen im kleinstädtischen Umfeld meine Familie, nicht nur – wahlweise aus erster oder auch dritter Hand erfahrene – Geschichten zu kommentieren, weil man das schließlich nicht so oder anders oder halt gar nicht macht, sondern zusätzlich auch die personengebundene Physis, sofern nicht dem internalisierten Schönheitsideal entsprechend, zu be- und verurteilen. Das Praktische daran ist, dass man dadurch nicht in die Verlegenheit gerät, Spiegelbildern zu begegnen, die einem unter anderem die patriarchal installierte wie inhalierte Misogynie vor Augen führen könnte.