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Eigentlich wollte sie Tagebuch schreiben. Sie hatte dich den Stift, den sie so mochte, schon zurecht gelegt und ihr Tagebuch aus dem Versteck unter dem Bett hervorgeholt. Doch nun saß sie hier, und keiner der Gedanken in ihrem Kopf fand den Weg aufs weiße Papier, irgendwo auf dem Weg zwischen Kopf und Stift versickerten sie einfach.
Dabei wollte sie so viel loswerden. So viel hatte sich angesammelt in ihrem Kopf, so viele Gedanken riefen gleichzeitig nach ihrer Aufmerksamkeit, so dass sie keinem einzelnen genug davon widmen konnte. Durchs Schreiben, dachte sie, könnte sie etwas Struktur in das Chaos bringen, das ihr keine Ruhe mehr ließ.
Doch wie sollte sie einen Anfang finden? Sie konnte nicht, und die Tinte ihres Stifts hinterließ nur einen langsam immer großer werdenden Punkt auf dem bisher makellosen weißen Papier.
Ihr leerer Blick fand keinen Halt in der Welt. Sie spürte, wie eine einzelne Träne ihre Wange herunter lief und auf das Blatt vor ihr fiel. Auf das rote Papier, wo die Gedanken aus ihrem Kopf langsam aus ihrem Arm sickerten. Sie lächelte.

02.2015

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