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Wo soll ich nur anfangen? dachte sie und durchwühlte alle Schränke und Schubladen. Doch nirgendwo war es zu finden, also konnte es nur irgendwo draußen verloren gegangen sein. Seufzend zog sie ihre Schuhe und eine Jacke an und verließ das Haus.

Sie schlug blind irgendeine Richtung ein – diese hier war so gut wie jede andere, und irgendwo musste sie ja anfangen. Ihr war egal, durch welche Gegend sie gerade lief, ihr Blick war starr auf den Boden zu ihren Füßen gerichtet, um es nicht zu übersehen, sollte sie es endlich finden.

Manch einer wunderte sich und bat seine Hilfe an, aber sie war so konzentriert auf sich selbst, dass sie nichtmal die verwischten Landschaftsstreifen im Augenwinkel bemerkte. Es würde nie einen Sinn ergeben, wenn sie es nicht endlich finden würde! Aber die hörte nur den Wind in ihren Ohren immer lauter brüllen. Laut. So laut! Wie solle sie sich da bitte weiter auf die Suche konzentrieren?

Damals war alles gut gewesen, sie hatte es immer bei sich gehabt und hätte nie gedacht, es jemals zu verlieren. Sie war dumm gewesen, fahrlässig, nicht aufmerksam genug. Und jetzt war es fort und sie konnte es nirgendwo finden. Starr hielt sie den Blick auf den Boden gerichtet und verfolgte jeden ihrer eigenen einsamen Schritte. Hätte sie den Kopf auch nur um eine Winzigkeit angehoben, hätte sie bemerkt, dass eben jene Schritte einen tiefen Graben gelaufen hatten, der sie im Kreis um ihr Leben herumführte, welches sie so inständig zu finden hoffte.

Aber sie hob ihn nicht.

23.05.2015

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