Reflektion

Du siehst scheiße aus, sagt er zu mir. Emotionslos, und nicht, um mich zu verletzen, sondern eine bloße Feststellung. Ich hätte ihn besser nicht fragen sollen, aber das habe ich, und nun habe ich eine Antwort, auch wenn sie mir nicht gefällt.
Dabei muss ich ihm Recht geben. Ich bin ja selbst geschockt erschrocken, als ich mich so sah. Jetzt weiß ich, warum ich auch auf weichen Möbeln in bestimmten Positionen kaum noch sitzen kann. Mein Hintern sieht aus wie der, den ich mir an einer unterernährten 80-jährigen vorstelle, und ich kann einen Finger zwischen meine Pobacken legen, die sich selbst angespannt nicht mehr berühren. Das ist nicht nur nicht schön, das ist hässlich.
Sieht so aus, als hätte ich die Wahl zwischen mich-angezogen-schön-dünn-und-dafür-mit-faltigem-Arsch oder nackt-nicht-allzu-unansehnlich-aber-angezogen-nicht-so-dünn-wie-ich-gern-wäre-und-sein-könnte zu fühlen. Da nehme ich wohl ich-frage-den-blöden-Spiegel-einfach-nicht-mehr-nackt-nach-seiner-Meinung. Und ziehe mich nie wieder vor meinem Mann aus.

4 Kommentare zu „Reflektion“

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