70 – Ein Anfang

Ich (ver-)zweifle an meinem Leben. Weil es keins ist, sondern ein Schauspiel, in dem ich mitwirke und genau das tue, was von mir erwartet wird. Aber wenn der Vorhang fällt und ich alleine bin, oder daheim keine Rolle zu erfüllen habe, geht auch das Licht aus, und ich sitze im Dunkeln. Überlege, ob das alles ist, oder da noch mehr sein könnte.
Seit inzwischen 15 Jahren läuft das so, und es kotzt mich einfach nur noch an. Ich will mein Leben wiederhaben.

Ein Anfang.

Für den Urlaub habe ich mir etwas vorgenommen: reden. Mit Schatz und mit unseren Freunden. Nicht mit allen, aber für den Anfang mit Zweien. Ich hoffe, ich kann mich dazu durchringen, und ehrlich sein. Damit meine ich, auf die Frage, wie es mir geht, nicht mit meinem üblichen „Basd scho“ zu antworten, sondern tiefer zu gehen. Kein „Basd scho“, kein automatisches Lächeln und ablenken, sondern reflektieren und sagen, was gerade wirklich los ist. Auch wenn da im Hinterkopf der Gedanke ist, zu übertreiben, oder dass mein Gegenüber dann etwas schlechtes über mich denken könnte. Und wer weiß, vielleicht ergeben sich dann im Gespräch neue Perspektiven, die mich tatsächlich weiterbringen.

Für mich stellt das eine riesen Herausforderung dar. Ich habe das Reden verlernt in den letzten 15 Jahren, stattdessen habe ich tausende von Unterhaltungen nur in meinem Kopf geführt und bin nur immer wieder an meinen eigenen Grenzen gescheitert.

Reden.

Vielleicht Hoffentlich ein Weg zu mehr Akzeptanz meiner Gefühle und der Reflektion über die Angemessenheit, die die anderen Perspektiven bieten.

1 Kommentar zu „70 – Ein Anfang“

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