39 – Ich-Zeit, oder: Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?

Wieviel Ich-Zeit braucht ein Mensch? Eigentlich egal – viel wichtiger ist, wie viel Ich-Zeit brauche ich?

Ein ganz normaler Wochentag:
Viel zu früh aufstehen, weil die Autobahn sonst zu voll ist. Im Halbschlaf duschen gehen, dann fahren Schatz und ich Richtung Arbeit. Am Nachmittag holt er mich ab, wir reden über die Arbeit, fahren noch das Ein oder Andere einkaufen und kommen schließlich zuhause an. Einkauf wegräumen, Jogginghose anziehen, Miezen versorgen, uns was schnelles zu Essen machen, und selbiges meist bei einer Folge einer Serie auf dem Sofa essen. Wenns Wetter passt, machen wir einen kleinen Spaziergang oder wuseln ein bisschen ums Haus. Anschließend, wenn es – für mich – noch nicht allzu spät ist, noch eine Folge anschauen, dann mache ich mich bettfertig und gehe schlafen.

Da bleibt nicht viel Zeit für mich. Anders, als für Schatz, der länger aufbleibt und zwei Tage die Woche frei hat (gut, er schmeißt da fast den ganzen Haushalt, aber trotzdem…).
Meine Ich-Zeit beschränkt sich weitgehend aufs Wochenende, evtl. auch noch am Freitag etwas.
Ich habe, nachdem meine Thera damit angefangen hatte (und wir uns heillos verrechnet haben), einmal aufgeschrieben, wieviel Zeit ich in einer Durchschnittswoche für was brauche. Rund 13 Stunden Ich-Zeit kommen dabei raus. Nein, potentielle Ich-Zeit, denn oft wird daraus Wir-Zeit (was nicht schlecht ist, aber halt keine Ich-Zeit).

Nun sitze ich vor dem Ergebnis (einer hübschen bunten Excel) und stelle fest, dass es kaum Dinge gibt, die ich verkürzen/verschieben/bleiben lassen kann. Unter der Woche gibt es genau zwei Dinge, an denen ich ein wenig schrauben kann: meine Arbeitszeit und meine Bettgeh-Zeit. Beides nur bedingt möglich.

Das Absurde an der Ganzen Situation ist: wenn ich dann wirklich mal mehrere Stunden für mich habe (wie z.B. heute, weil ich schon Urlaub habe und Schatz noch arbeiten musste), weiß ich kaum etwas damit anzufangen.
Ja, manchmal ist Lesen toll, manchmal habe ich Bock, aufzuräumen oder kreativ zu sein, manchmal möchte ich online eine Sendung anschauen … manchmal halt.
Trotzdem brauche ich diese Zeit, wie die Luft zum Atmen. Steck mich 3 Tage in ein berufliches Seminar ohne Möglichkeit zur Ich-Zeit, und ich brauche nochmal die gleiche Zeit, um mich davon zu erholen. Mindestens.

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