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Sie fragte sich, ob es eine Entscheidung war, ob sie Einfluss nehmen konnte. Denn sie stand bereits im grauen Regen und sah, dass der Horizont noch viel dunkler war. Bedrohlicher. Fernes Donnergrollen  zeugte von dem heftigen Unwetter, was dort tobte.
Sie war auf dem besten Wege, in ein Tiefdruckgebiet zu rennen, wenn sie den Weg weiterlief, auf dem sie hergekommen war. Aber konnte sie überhaupt noch entkommen? Machte es noch Sinn, einen anderen Weg zu suchen?
Sie versuchte es. Sie bewegte sich am Rand entlang, obwohl es sie so viel Anstrengung kostete. Es wäre einfacher, dem bisherigen Weg zu folgen, mit dem Wind, der sie wie von selbst tiefer in den Sturm hinein trug, wenn sie es zuließ. Aber sie wollte nicht aufgeben, denn war sie schnell genug, konnte sie sogar kurze Sonnenstrahlen erhaschen und sich darin aufwärmen. Aber es war ein Kampf gegen Goliath, der Sturm riss ihren Atem fort und schrie ihr ins Ohr, sie solle doch einfach aufgeben. Es klang so verlockend. Nicht mehr länger den Sonnenstrahlen hinterherjagen, nicht mehr länger gegen den Wind kämpfen, sondern sich von ihm tragen lassen, auch wenn es bedeutete, immer tiefer in das Tiefdruckgebiet vorzudringen.
Regen peitschte ihr ins Gesicht. Tränen mischten sich darunter. Der Donner schien so nah.

02.08.2015

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